Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Yoga, Taiji und Qigong

Yoga

Unsere Körper-Form wurde von Möbeln gestaltet, nicht etwa umgekehrt. Auf Stühlen und in Sesseln sitzen ist nichts Natürliches. Das haben weder die Inder noch die Chinesen getan, bis vor Kurzem jedenfalls, und deshalb waren sie auch nicht so deformiert wie wir heute. Ja, so muss man das leider ausdrücken, entschuldige bitte. Und das ganze Entschleunigen, das Enthypern, wofür wir die Methoden benutzen (und das dürfen wir auch, denn sie lassen sich gut dafür nutzen) war damals im Himalaya oder in chinesischen Bergen auch nicht wirklich Thema. Statt von Sesseln lassen wir uns nun von Yoga, Taiji oder Qigong designen. Diese Methoden verändern dich, und zwar zum Guten. Sie setzen aber verschiedene Schwerpunkte und verfolgen die gemeinsamen Ziele, die sie haben, etwas anders.

Hier sind einige generelle Unterschiede, die zwangsläufig auch verallgemeinern:

1. Im Yoga hast du auch deine Hände am Boden, deine Schultern oder gar deinen Kopf. Im Qigong und Taiji ist das ein No-Go, und das ist nicht Chinesisch. Dabei ist es eine super Sache: Wenn das Gewicht der Welt auf deinen Schultern lastet, dann lass doch die Welt deine Schultern tragen! Diese Erfahrung wird dein Leben verändern. Das verspreche ich dir.

2. Im Yoga kannst du ganz schön ins Schwitzen kommen. Wenn du im Taiji oder Qigong schwitzt, ist das ein Zeichen dafür, dass du zuviel tust – oder dass wir einen wirklich heißen Sommer haben.

3. Yoga trainiert stark den Willen. Taiji dagegen entwickelt die (absichtslose) Absicht. Das ist ein Seins-Zustand, in welchem die positiven Dinge ganz natürlich entstehen können, ohne dass du ihnen im Weg stehst. Qigong kultiviert die Zuversicht. Mit ihr schaffst du dir aktiv neue Möglichkeiten, etwa die Möglichkeit eines gesunden, erfüllten Lebens. Das gibt dir Yoga natürlich auch. Aber anders.

4. Yoga arbeitet mehr mit linearen Bewegungen, Taiji- und Qigong-Bewegungen sind eher rund und spiralförmig. Wenn du eine klare Ausrichtung suchst, eine klare Linie in deinem Leben, ist daher Yoga besser geeignet. Wenn du eher ein rundes, abgerundetes Sein (nicht einen runden Körper) suchst, sind Qigong oder Taiji optimal.

5. Wenn du entspannst und dabei schwer, schwerfällig und träge wirst, ist leicht dynamisierendes Yoga die richtige Entspannung für dich. Wenn es dir schwer fällt, vom Leistungsdenken und -druck wegzukommen, dann ist eher Qigong oder Taiji das Richtige. Lass dich von mir beraten oder probier es einfach aus. Eines der Schiffe ist auch für dich das richtige für deine goldene Reise.

Yoga

Gemeinsamkeiten

Taiji und Qigong sind sehr ähnlich. Taiji ist komplexer (aber nicht komplizierter). Die Taiji-Form, die du bei mir lernst, dauert etwa 15 Minuten. Qigong besteht in der Regel aus vielen kurzen Bewegungen, die oftmals wiederholt und zu Sets zusammengefasst werden.
Yoga ist etwas ganz Anderes. Doch es gibt ganz entscheidende Gemeinsamkeiten der drei Methoden. Entscheidend deshalb, weil sich dadurch Yoga, Taiji und Qigong von irgendwelchen anderen Fitness-Angeboten unterscheiden.

Diese Gemeinsamkeiten liegen in der Herangehensweise an den Körper und die Bewegung. Das allgemein akzeptierte Codewort dafür ist «Achtsamkeit». Dumm nur, dass man meist nicht genau weiß, was das Wort bedeutet. Es heißt, ganz kurz gesagt: beobachten und empfinden, differenzieren und integrieren, subtilisieren und verwesentlichen. Das klingt jetzt ein bisschen abstrakt und unspektakulär. Es öffnet dir aber in Verbindung mit Yoga, Taiji oder Qigong Welten. (Weitere Infos dazu findest du hier.)

Deine Welten. Es kann dein Leben verändern, wenn du das willst. Die drei Methoden bieten dir das optimale Futter für diesen Prozess. Es geht nur darum, dass dieser Prozess in Gang kommt und regelmäßig praktiziert wird, damit er zur neuen Gewohnheit werden kann, weil er in dir wohnt. Er landet durch deinen Geist hindurch in deinen Körper. Wähl dir also das Schiff aus, das dir am besten gefällt. Das dich ruft.

© Martin Schmid. Aus dem «Golden River Kursbuch», erhältlich in der Werkstatt.


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