Korsika-Journal 2015

Stille Fülle, volle Stille



Einleitung


Wieder ist ein Journal entstanden. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Man muss sich nicht nur Notizen machen, sich Zeit nehmen, sondern man zeigt sich auch. Darum ganz herzlichen Dank an alle Beteiligten!

Mitgemacht haben dieses Jahr:

Isa dunkel auf gelbem Hintergrund

Claudia

Thomas

Gabi

Susi

Simona

Esther

und meine Beiträge in fast-schwarz.
Fotos haben André (as), Richard (rh) und ich (Martin, ms) beigesteuert. Übrigens lohnt es sich bei einigen Bildern, ganz genau hinzuschauen.

 

 

«Die wirkliche Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu erforschen, sondern darin, altes mit neuen Augen zu sehen!», sagt Marcel Proust.

36 Grad und es wird noch heißer? Nicht mit uns. Nicht in Korsika. Erstens ist es da um diese Jahreszeit nicht ganz so heiß, und zweitens – nur 36 Grad? In Korsika machen wir eine Rundumsicht, darum 360 Grad! Ich habe mich entschlossen, dieses Jahr mit anderen Augen, mit neuen Augen zu sehen, und habe darum eine 360-Grad-Kamera eingepackt.

Gönnen Sie sich doch ein wenig Stimmung dazu. Alle Angaben zur ganzen Musik gibt's am Journal-Ende.

Vorfreude

Korsika ist mehr als eine Woche. Die Woche ist nur die Verdichtung eines Prozesses, der das ganze Jahr dauern kann.
Das Journal, die Bilder, die Musik, sie sind ein Kompass.
Ein Kompass, der in der Vorfreude nach Korsika zeigt.
Ein Kompass, der im Erinnern und Integrieren ins eigene Herz zeigt.

Schon hier finden wir zwei Richtungen im Einen. Ein Thema, das uns die ganze Woche begleiten wird.


Da ist er, dieser Moment, der Augenblick, der zeitlos wird.
Die Zeitlosigkeit, die uns zu Reisenden werden lässt.



Vorfreude auf Korsika ist
wie ein Anker, der Halt gibt
wie ein Leuchtturm, der Orientierung ermöglicht
wie Nektar, der nährt und am Leben erhält.

Die Reise

Es läuft glatt. Es ist heiß.
Noli ist da.
Die Fähre fährt über ein ruhiges Meer.
Korsika entsteigt dem Horizont.



Lea und ich gehen schon mal zu unserem Platz.

Und sind zuhause.




Korsika, meine Überraschung

Korsika beginnt für mich mit der Fahrt vom Flughafen zur Unterkunft. Zu meiner Überraschung erinnere ich mich, obwohl es erst das zweite Mal ist, an die Kurve, das Waldstück, den Bahnübergang, dieses schöne Dörfchen, die Polizeistation, den Früchteladen und so Vieles mehr, da vorne muss ich abzweigen. Wozu ein Navi?


Am Samstag Abend sind alle da. Die mit Auto und Fähre gekommenen: Susi, André, Urs, Simona, Richard (unser Kameramann). Gabi, Claudia, Irene, Lea und ich. Sogar die Fribourg-Fraktion ist nach einem ausgiebigen korsischen Frühstück angekommen: Sandra, Denise, Isa und Esther. The Nixons waren schon eine Woche da und sind voll im Insel-Groove: Cathy, Fraser, Töchterchen Maelle und Hund Finn. Thomas, geflogen und gefahren.


Überrascht werde ich durch die vielen warmherzigen Menschen die diesmal neu dabei sind, genauso, wie durch die Wahrnehmung von den mir "bekannten" Menschen. Meine ich nur sie zu kennen, haben sie sich verändert in dem Jahr? Hat sich meine Wahrnehmung verändert?



Unsere Unterkunft

Sonntag – zentrieren durch wahrnehmen

Jetzt, wo wir hier sind: Lasst uns gemeinsam nirgendwo hingehen. Lasst uns hier sein. Lasst von allem Nicht-Hier ab, lasst es sein.

Wir kultivieren das Natürliche.
Wir kreieren nichts Neues.
Wir legen unsere ureigene Gestalt frei und kultivieren sie.

Wir sind bereits bereit.

Es ist alles da.

Welche Frage führt euch hierher?
Worauf antwortest du bereits?


Eine Woche mit einem Schwerpunkt „Dialog in der Bewegung und im Begegnen“, das hat mich nach Korsika geführt.


Diese Woche arbeiten wir mit der so genannten «Kleinen Verzahnung»: zentrieren durch wahrnehmen, öffnen durch empfinden, ausdehnen durch differenzieren, begegnen durch subtilisieren, integrieren durch verwesentlichen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das eine runde Sache wird. Denn in meiner eigenen Praxis bewirkt dies die kleine Verzahnung: Es entstehen ausgewogene, vielschichtige Momente.


Subtilisieren, dieses Wort hat in meinem Herzen grosse Freude ausgelöst.
Verankert Sein, stabil, sachlich, männlich, eigenartig, öffnen, zulassen
Meinen Weg gehen. Bewegen und lösen. Fühlen und öffnen. Das Tor zum Körper öffnen. Dankbarkeit. Die Liebe und Geborgenheit meines Körpers annehmen.




Hat das Zentrieren mit "MEINER" Mitte zu tun oder ist es der Kern eines jeden Lebewesens? …und ist das Zentrieren da, um diese Urenergie und Verbindung mit Allem zu finden? Ich falle beim kleinen Kreislauf immer wieder in ein schwarzes Loch, ist das die Verbindung? Habe tausend Fragen und keine Antworten. Ich weiss NICHTS. Vielleicht weiss man, wenn man sein Zentrum gefunden hat. Ich hätte alle Steine nehmen können, doch "verwesentlichen" hat mich wegen der "Verwesung" angezogen. Das Sterben will geübt sein und ich glaube, dass ich noch viele meiner Vorstellungen, Gedanken, Wünsche sterben lassen muss, um "Neuem" Platz zu machen.

VERWESENTLICHEN
-> verwesen – sterben, alles was überflüssig ist loslassen
-> Wesen – das Wesen entdecken
-> wesentlich – das Wesentliche sieht man nur mit den Herzen richtig


Korsika – wahrnehmen, empfinden, sein, lassen – vertraue dir selbst!

Montag – öffnen durch empfinden


In Düften welche die Sinne würzen
in Windzeichen sanft im Sand
lässt du uns reisen



Wo finde ich Atem-Wege, die mich näher hinführen zum großen Geheimnis, das ich bin?
Wo finden wir Spuren-Elemente, die uns dort hinführen, wo wir über uns selbst hinausweisen?


Öffnen durch die Atmung... Ein Weg, um sich anderen Mitmenschen zu öffnen oder mit ihnen in Kontakt zu treten. Öffnen – verletzlich sein, diese Verletztheit empfinden ohne zu werten, bringt mich weiter. Zulassen ohne Abwehr, ohne innere Verkrampfung, einfach geschehen lassen.


Ich lasse es jetzt einfach auf mich zukommen, vertraue mir selbst.


Kraft steigt von unten, von der Erde her in wellenförmigen Bewegungen den Körper hinauf und füllt meinen ganzen Körper mit Licht und Wärme, bis sich eine wunderbare Fülle zeigt. Ich könnte platzen!



Wie wohl tut mir die Einladung zum Nachtessen, genau in dem Moment in welchem ich mich zurückziehe und etwas melancholisch werde. Was für eine Wende so ein Abend nehmen kann? Wie überraschend anders Menschen sind, wenn ich genauer hinhöre und beobachte. Da weiss ein auf den ersten Blick sehr ernster Mensch, so viel Anekdoten und Lustiges zu erzählen.


Dienstag – ausdehnen durch differenzieren

Wie groß ist die Küste Korsikas? Die Insel ist 183 Kilometer lang und 83 Kilometer breit. Wäre sie ein exaktes Rechteck, hätte sie also einen Umfang von 532 Kilometer. Sie ist aber kein Rechteck, also ist es wohl weniger? Falsch. Es ist ist mehr. Viel mehr. Es ist ungefähr doppelt so viel. Die Küste Korsikas ist über 1000 Kilometer lang, habe ich mir sagen lassen. Warum? Wegen den vielen Buchten. Die Küsten sind nicht gerade.
Wenn wir undifferenziert betrachten, kommen wir auf eine Zahl. Wenn wir differenzierter betrachten, kommen wir auf eine ganz andere Zahl. Wie lang ist denn nun die Küste tatsächlich? Wir sind uns wohl einig, dass Korsika von Wasser umgeben ist, also klar abgegrenzt ist. Sie ist endlich. Doch je genauer wir schauen, desto unendlicher wird sie. Es kommt auf das Raster an, durch das wir die Küste betrachten und messen. Je feiner unser Raster wird, je mehr sich unsere Messung um jedes Büchtlein, jeden Stein, ja jedes Sandkorn schmiegt, desto unendlicher wird die Größe der Küste. Sie wird größer, weil sie differenzierter betrachtet wird, dabei bleibt Korsika aber immer gleich groß.

Dasselbe geschieht mit und in uns, wenn wir ausdehnen.


"Looking to closely" (Song von Fink). Kann man sich in der Differenzierung verlieren? Vom Makrokosmos zum Mikrokosmos... zu fest im Detail verbleiben, um die Ganzheit zu sehen? Ich glaube, es ist wichtig für mich, nachdem ich differenziert habe, alles wieder los zu lassen, um ins Fliessen zu kommen.




… den Horizont suchend, den Himmel erbetend, nach den Sternen greifend…


Die schwarzen und weissen Schubladen, in welche ich die Menschen und Dinge zuordne, passen immer weniger, es gibt schlicht und einfach zu viele Nuancen und Schattierungen.

Isa wünscht uns farbige Schubladen. Und stimmt, so glaube ich, schon auf das Thema von Korsika 2016 ein. Wunderbar, wie sich der integraldynamische Prozess entfaltet.


Soll ich viele bunte Schubladen machen?
Brauche ich überhaupt Schubladen?

 

Unsere Unterkunft

Mittwoch – sein

Bonifacio

Man kann ihn gebrauchen, den freien Tag.
Es muss ja nicht immer Bonifacio sein. Aber es ist Bonifacio.
Die Fahrt ist zwar lang, aber sie lohnt sich. Auch wegen unseres «Geheimtipps», dem Platz mit Meer, kristallklarem Wasser und Höhle. Lea braucht mit ihrem (schon in der Schweiz) gebrochenen Zeh etwas länger dorthin. Also genieße ich die Langsamkeit, während ihr Zeh schmerzt. Wir lassen uns gemeinsam in der Sonne braten.



Der freie Tag mit dem Ausflug ins bekannte Bonifacio und dem bekannten Spaziergang zur bekannten Bucht, wird durch ein gutes Gespräch zur Überraschung. Welche Fügung lässt mich mit einem sehr liebenswürdigen Menschen an diesem Ort essen? Der Spaziergang zur Bucht, so überraschend kurz. Die Farben und Wahrnehmungen in der Bucht vom Wasser, von der Höhle, vom Blick auf Bonifacio – dieses Mal so anders.

Donnerstag – begegnen durch subtilisieren


Ich habe heute eine Erkenntnis gehabt.
Der Körper ist ein sinnvolles Instrument, um ans "Innere" zu kommen, jedoch nicht der alleinige Weg. Meine innere Struktur hat nicht viel mit Tiefenmuskulatur, Faszien oder spiraldynamischen Prinzipien zu tun. Wenn eine Komponente in Zusammenhang mit der Körperarbeit die innere Struktur ändern kann, dass ist es wohl am ehesten die Atmung, aber es ist noch viel mehr. Man braucht keinen gut trainierten, wohlgeformten oder beweglichen Körper, um in die Tiefe zu kommen. Das Einzige, was man mit Körperarbeit gut schulen kann, ist die Wahrnehmung.


Kyrnos. «Kyrnos». Ich liebe diesen Klang. Er ist der griechische Name für Korsika. Und für meine Wurzeln, die Wurzeln der integralen Bewegung.
Heute entfaltet sich ein besonders starker Moment. Ein tiefer Moment. Wo die Worte versiegen, bevor sie versagen. Zurück bleibt die Musik der Stille (siehe unten).

Genährt, geliebt, angenommen, vertraut, bewegt, Hingabe.
Subtile Wahrnehmungen werden zu subtilen Bewegungen.
Die feinen Impulse kommen aus der Erde und werden vom Körper aufgenommen.
Es fliesst einfach wie es jetzt fliesst. Ein sehr kraftvoller und stabilisierender Vorgang.
Struktur in der Subtilität ist ein Geschenk für mich.
Mir selbst und meinem Körper neu zu begegnen macht mir Freude.
Es ist noch unvertraut und doch wie ein nach Hause kommen.

Ich werde ganz sanft und weich, verletzlich, aber bin trotzdem voller Friede und Licht!

Welche bizarren Bilder die Wolken bilden, die Blitze innerhalb der Wolkentürme, ist dahinten Mikey Mouse, ist dies ein Hase? Der Wind kann nicht nur sanft streicheln an unserem Platz, nein, er kann ziemlich frisch sein. Er kann sogar ein Feuer am Strand verhindern oder eine geplante Meditation ausfallen lassen. Es gibt auch Regentage. Wie überraschend schnell die Sonne wieder da ist?


Der Kompass der inneren Sehnsucht…


Verbinden wir uns mit dem Lied des Windes. Mit dem Licht, das zu uns getragen wird, durch das Element Wasser, das wir auch sind. Mit den Wurzeln, mit dem Jetzt und dem Hier. Lass dich tragen. Dann, manchmal, hin und wieder, meist unscheinbar, geschieht hier etwas Unerklärliches, Intimes, das auch noch verborgen bleibt, wenn wir es in Worte zu fassen und zu erklären versuchen.
Eine echte Initiation. Vielleicht ist sie nicht spektakulär, jedenfalls von außen betrachtet nicht. Es wird etwas in uns berührt, angestoßen, kommt in Bewegung, bewegt sich in die Stille, in die Fülle, in das tiefe Leben. Es senkt sich in unser Herz, unseren ureigenen Tempel, wir nehmen es nach Hause, das Geheimnis, das nicht deshalb ein Geheimnis ist, weil es ein Geheimes ist, sondern ein Gemeinsames. Ein Gemeinsames, das in der Berührung entstand, als wir berührt wurden und berührten, und wir bringen es hinein in ein neues Leben. Ein neues Leben, das vielleicht von außen betrachtet nicht ein anderes ist.

Und doch ist es neu, weil wir anders sind.
Neu berührt, neu verwurzelt, neu vernetzt, neu bewegt.

Freitag – integrieren durch verwesentlichen

Ich stehe wieder am Anfang.


Ich lasse mich vom Wind küssen und umarmen.

Er nimmt mich mit und zeigt mir eine neue Welt.

Feinheit, Freiheit, Leichtigkeit – ich fliege!


Ich darf die Integration zulassen. Meine Grösse liegt in mir und ich lasse zu, dass sie erweitert wird.
Eins Sein, wirken und wirken lassen, Vertrauen, Leben
Wahrheit
Meinen Körper einladen, mit mir zu wirken.
Zulassen, dass Struktur mich begleitet.
Subtiles Wahrnehmen auf allen Ebenen.
Beweglich sein in dieser Subtilität.

Ich liebe die Geschichte und Geschichten, die dieser Ort birgt. Und es entstehen neue Geschichten hier, wir schreiben in unserem Buch des Lebens ein neues Kapitel, werden von einer Frage zu neuen Antworten bewegt, zu neuen Visionen des Lebens.
Vielleicht ist dieser Ort für uns ein Übergangsort, Übergang von einem Kapitel ins Nächste, oder von einer Ebene des Seins zu einer neuen Ebene. Vielleicht geht es nur darum, die Frage klarer zu verstehen, die uns hierher gebracht hat. Dann segeln wir weiter, auf den Schiffen, die wir Leben nennen, am Steuer die Geweihten in uns, unserer eigentlichen Bestimmung entgegen.
Anderen wird dieser Ort Heimat, sie kommen ganz einfach darum immer wieder, weil der Ort sie zurückruft. Und allen, den Weiterreisenden, den Beheimateten, bietet er sich an, in ihm zu verweilen, seinen Geschichten und seiner Geschichte zu lauschen, ihre Geschichten zu teilen, und, wenn Geschichten zu Schichten werden, neue Schichten des Seins zu entdecken und zu kultivieren.


Ich bin wieder zu Hause, die Sehnsucht ist nicht mehr fern greifend, sie wird ein Teil meines Selbst und verbindet sich mit dem Horizont.


Wir tanzen. Zu unserer Musik.
Auf der Bühne der Anlage, bis man nicht mehr weitertanzen darf.

Mein bis anhin obligates Energie-Tief am Freitag Abend habe ich kompostiert. Dieses Muster gehört der Vergangenheit an.

Innen tanzt es noch lange weiter.

Samstag & Sonntag – wirken lassen & heimreisen

Der letzte Tag in Korsika.
Der letzte Abend. Die Fähre.
Die wunderschöne Abschiedsstimmung beim Warten.
Richard führt uns in ein geniales Spiel ein, das von nun an Teil des Übungskanons integraler Bewegung sein wird.
Die Küste offenbart ein anderes Gesicht, wenn man sie auf dem Kopf betrachtet.



Die Lichter von Bastia bleiben zurück und warten auf uns, wenn wir wiederkommen.
Die Fähre fährt über ein ruhiges Meer.
Italien entsteigt dem Horizont.

WELLEN

Ich bin die Liebende und Hassende
Ich bin die Vertrauensvolle und Eifersüchtige
Ich bin die Schöpferische sowie die Zerstörerische
Ich bin die Gönnende und Neidvolle
Ich bin die Fröhliche und Trauernde

Diese Liste ist endlos, es sind die Wellen des Lebens.
Wie kann ich sagen: Diese Welle liebe ich, diese Welle nicht, es ist Alles dasselbe und eine Meer...
und ich liebe das Meer, mit seiner Tiefe und seinen Gezeiten.

Liebes Korsika, liebe Lea und Martin, liebe Mitteilnehmer, Ihr habt es geschafft mich zu überraschen. Nichts ist wie es scheint, nichts ist wie ich meine – aber ich bin offen und dankbar für jede Überraschung. Werde ich es nächstes Mal schaffen, Korsika mit jemandem aus meinem "täglichen" Leben zu teilen? Ich lass mich überraschen…

Ich bin mir bewusst, dass diese Woche jeweils ein riesiges Geschenk ist. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir dies erleben dürfen. Ich danke allen, die mitfahren und dadurch mitgestalten. Ich danke Lea, meiner so wichtigen, großartigen und unersetzlichen Dialog-Partnerin. Und weil ich nicht weiß, wohin ich soll mit all meiner Dankbarkeit, bin ich einfach nur dankbar.

Ich blicke zurück und erinnere mich an eine achtsame Begleitung durch Martin und Lea im  Ankommen – Zentrieren - Öffnen - Weiten - Integrieren - Verdichten - Abschiednehmen und wieder Zurückfinden in meinen Alltag.
Auch der bewusste Abschied-Übergang in der Fahrgemeinschaft auf dem Nachhauseweg. Verbundenheit, Herzenswärme, Gemeinschaft auch ohne Worte, bewusste Abschiede im Verdichten der eigenen Räume. Eine Offenheit halten im Abschied, die eine weitere Begegnung nicht bedingt.
Trauer und Dankbarkeit für einen Sehnsuchtsraum, den ich erleben durfte, gefüllt mit reichen Erfahrungen und Empfindungen. Ein Sein, das auch unspektakulär schön sein durfte.

Ich bin angekommen, alles ist in mir vorhanden. Suche nicht in der Ferne, suche in dir.


Und so bewegen wir uns nun aus einer Woche Insel-Dasein wieder hinaus aufs Festland, in das Leben des Lebens. Die ganze Woche hat uns auf diesen Schritt vorbereitet.
Korsika wird nachklingen, und die Phase der Integration wird seine Zeit dauern. Es ist wichtig, dass wir in dieser Phase uns Zeit nehmen und Raum lassen um zu besinnen.
Wir kehren nach innen, damit aus den Sinnen und dem Sinnlichen Sinn wird.
Wir kehren nach Hause, damit aus dem Erlebten Leben wird.
Neues Leben, das sich dahin ausrichtet, wo die Horizonte verschmelzen.



Danach


zurück
zutiefst berührt
wie aus einem wunderbaren Traum erwachend
fasziniert staunend
verbunden mit einer zauberhaften Energie
bereit
diese sanft in den Tag, in die Begegnungen, ins Leben
zu tragen und funkeln zu lassen.

Einige Tage nach unserer Rückkehr kriegen Lea und ich ein Paket. Darin zwei wunderschöne Erinnerungen an unseren Platz.
Irene hat während der Woche Erinnerungen gesammelt und war danach war kreativ damit.
Sie hat uns eine große Freude gemacht.

Nun hängen die lebendigen Erinnerungen in unseren Gärten und werden vom Wind bewegt.



Wie spüre ich die Lebendigkeit aus Korsika aktuell?
„Bärig-bewegend“  den Tag beginnen und Worte:
Korsika als Schlüsselwort für mein Lebendig-Sein.
„Sodeli“, das ich oft in einem  Übergang im Alltag ausspreche. („Sodeli“ war ein Ausspruch von Martin während den Lektionen, der mir mit einem inneren Lächeln geblieben ist.)
„Begegnen“ mein Verb dieser Woche. Mein Wort „Sanftmut“ ; mein So-sein, das Lassen, nicht drängen, vielleicht darf sich was wandeln und vielleicht auch nicht.

Stimmen aus der Woche

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