Korsika | Das Journal 2009.

Zum Geleit

Vor unserer Abreise hatte ich die Teilnehmer angefragt, wer mit mir zusammen ein Korsika-Journal gestalten würde. Das heisst: Sich jeden Tag kurz Zeit nehmen, um sich einige Notizen zu machen (ohne sie abzusprechen). Das Journal an sich ist dabei eine Sache, die andere, dass man sich täglich ein wenig Zeit nimmt dafür und damit auch für sich. Es ist eine wunderbare Achtsamkeitsübung und intensiviert die Woche.

Dies ist das Resultat. Ich freue mich, dass so viele Beiträge aus persönlicher Sicht zusammengekommen sind. Herzlichen Dank!

Meine schöne Aufgabe war es, die Notizen zu verweben. Ich habe dabei nichts geändert oder angeglichen. Wer also staunt, wie sich die einzelnen Beiträge ergänzen, verstärken – ich staune auch.

Den Korsika-Reisenden wird dadurch die Woche noch einmal um viele Perspektiven bereichert werden. Den Daheimgebliebenen geben sie vielleicht eine kleine Ahnung, was Entspannung, Erdung, Fülle und Dynamik bedeuten können, wenn wir diese Aspekte des Menschseins nicht mit der Form abschliessen, sondern das Leben als unsere Taiji-Form betrachten.
Für diejenigen, die mich, meine Arbeit und Korsika nicht persönlich kennen, kann es vielleicht scheinen, als wären die Teilnehmer auf einem «Trip» gewesen. Dazu will ich sagen: In meinen Kursen geht es um Erdung, um innere Kraft, um Mitte, Präsenz und integrale Bewegung. Es geht sehr konkret und physisch zu und her. Psychodynamik und «spirituelle Arbeit» sind nicht mein Fokus, sondern die Prinzipien integraler Bewegung, also einer Bewegung auf den Ebenen Körper, Energie und Geist in den Bereichen Selbst (Ich), Kultur (die Gruppe bzw. der Push Hands-Partner) und Natur. Wenn jedoch Aspekte jenseits des Physisch-Energetischen auftauchen, haben sie ihren Platz. Solche Dinge entstehen jedoch durch die körperliche, konkrete Arbeit und sind im Körper und der Erde verankert und zentriert. Diese Verankerung kommt in einem Internet-Text vielleicht nicht ganz so zur Geltung wie auf Korsika selber.

Ich habe die Texte nicht verändert oder angeglichen, nur gekürzt und zusammengestellt. Die Farben verraten den Verfasser/die Verfasserin:
Gerdi
David
Urs
Martin
Susanne
Joachim
Céline.
Céline spricht wunderschön Deutsch und schreibt wunderschön Französisch.

Fotos haben Conny, Urs, Alain und ich beigesteuert.
Herzlichen Dank an alle Beteiligten!
Martin

Stimmung

Gönnen Sie sich doch ein wenig Stimmung dazu.
Laura inklusive.

Laura?

Hören und lesen Sie selbst.


Freitag 05.06.09


Freude, Ungewissheit, Neugier……

Freude auf Urlaub verbunden mit Tai Chi…..
Ungewissheit was und wer da kommt…..
Neugier was wir so machen werden….

Um ca. 11 Uhr sind wir zu zweit von München gestartet. 8 ½ Std. Fahrt bis Livorno mit kleinen Staus.

12°° Rendez-vous à la gare…
La Corse n’est pas encore une réalité, mais le rêve se concrétise.
Die gemeinsame Reise beginnt mit der freudigen Begrüssung am Hauptbahnhof.

1ère étape, 1ère rencontre.
Cinq petits points zürichois se rencontrent, se retrouvent et partent pour le sud.
Où ce voyage va-t-il nous mener ?

Wir steigen ein. Ich fahre, höre zu und rede. Dann sitze ich auf dem Rücksitz. Es ist warm. Ich esse. Ich schlafe. Ich schweige. Wir sind zusammen unterwegs. Ich erinnere mich an früher. Im Auto Richtung Korsika.

Wie kleine Kinder riefen alle im Auto ……..ich xsee s meer……..

Noli. Neben Savona, wo wir am Abend auf die Fähre gehen. Zu viert sind wir hierher gefahren und treffen weitere fünf Teilnehmer.

2ème rencontre
Noli, village à côté de Savona, d’où partira notre ferry.
Les deux voitures suisses se retrouvent.
De 5 nous sommes passés à 9.

Susanne, Joachim, Bettina, David, Urs, Cornel, Céline, Alain und ich. Zusätzlich werden zwei, Gerdi und Dorit ab Livorno fahren, und Conny kommt morgen. Isa ist schon eine Woche mit ihrer Familie in Korsika. Sie macht das richtig.
Noli also. Klein und schön wie immer. Und darum immer wieder ein willkommener Beginn des Abenteuers.

Impossible de manger à Noli, les Suisses mangent trop tôt ou les restaurants ouvrent trop tard. Cela dépend du point de vue.

Unten das Meer, das Wasser
Oben das Meer, die Wolken
Samtig, salzige Abendluft

Schon die Anreise versprach einen unvergessener Urlaub zu werden…

Korsika wir kommen!

Nous partons prendre le ferry.

Die Fähre. Was für eine Fähre.

Un monstre gigantesque…

Ein neues Riesenteil.

Das Finden der Kabine wird zum ersten Abenteuer.

Dont les cabines sont de charmants placards.
Mais chacun y trouve sa place.
Nous larguons les amarres, la musique traditionnelle retentit...

Die Abfahrt bleibt auch in diesem Riesen dieselbe, wie immer: Die Ouvertüre von La Gazza Ladra (die diebische Elster) von Gioacchino Rossini.

...les habitués la chantent.
Nous sortons sur le pont regarder l’Italie qui s’éloigne, pour goûter l’air du large.

Taiji Qigong IET Integrale Bewegung in Korsika

Die Anreise nach Korsika mit dem Schiff erschafft eine spezielle Einstimmung auf Korsika. Nah und doch etwas abgeschieden schlummert da ein Juwel im Mittelmeer. Etwas ursprüngliches…spezielles…. Die Autofähre darf gar nicht schneller sein so stimmte man sich gemeinsam gut ein… ideal.

Taiji Qigong IET Integrale Bewegung in Korsika mit Martin Schmid

Die Überfahrt mit der Fähre. Meine Nacht ist schwankend.

Nachtfähre, es war sehr stürmisch. Leider kein Schlafen an Deck, wie geplant, der Wind hätte uns weggeblasen, hat auch zu viel Regen aufs Schiff gebracht. Also nach innen, schade. Und da fing die 1. Übung für mich schon an. Der hohe Wellengang verursachte ganz schön was an Turbulenzen. Es gab also die Alternative, darunter zu leiden oder es einfach zulassen zu lassen. Aber es war schon eine kleine Herausforderung: der Versuch, die Schiffsbewegungen mit dem Atem zu koordinieren, scheiterte. Da war kein Rhythmus und außerdem viel zu schnell. Nach einer Weile des Experimentierens kam dann die Vorstellung, mich mitten im Bauch eines Riesenwasserwesens zu befinden und mit dem Meer mitgeschaukelt zu werden. Das war ein viel angenehmeres Gefühl und ließ auch ein wenig Schlaf zu.

Samstag


Es hat ein klein wenig geschaukelt in der Nacht. (Nicht so, wie der Sturm, den unsere Livorno-Reisenden hatten! Nachträgliche Anmerkung.)

Die Nachtfähre bringt uns mehr oder weniger sanft schaukelnd nach Korsika.

Le vent a creusé les vagues durant la nuit.
Martin dit que ce n’est rien. Pour certain c’est déjà trop.

Das Meer hat mich sanft durch die Träume und die Nacht gewiegt. Jetzt sitze ich draussen. Es ist fünf Uhr morgens. Ich blicke über die dunkle Fläche Richtung Sonnenaufgang. Wolken verschleiern den Horizont. Alles ist tiefblau. Die feuchte Wärme umhüllt mich. Von Korsika kündet das wiederkehrende Licht des Leuchtturms. Hallo Korsika! Auch ich kehre zurück. Der Wind fährt durch die Weite meines Herzens. Ich lächle.
Da ist der dunkle, tiefe Ton des Wassers, über welches das Schiff hinweggleitet. Da ist der höhere, aber immer noch dumpfe Rhythmus des Wassers, das vom Schiff verdrängt und zur Seite geworfen wird. Und da ist das hohe Rauschen der Gischt, wie nur das Salzwasser klingt. Der Klang von Ferien, obwohl es keine «Ferien» sind.

L’air du large et le soleil se levant sur la Corse me suffiront cependant comme petit déjeuner.
Erst zaghaft, dann deutlicher löst sich der Himmel vom Meer. Wolkenverhangen zeichnen sich Korsikas Berge ab, wie mit schnellem Pinsel aus dem Wasser emporgemalt.

Im Morgengrauen dann endlich ganz zart die Berge Korsikas.

Taijiurlaub Qigongurlaub Integrale Bewegung Integral Movement mit Martin Schmid


L’île dort encore.

Der Wind blies bald die grauen Wolken weg.

Die Ankunft in Bastia ist bereits wolkenlos. Rossini und seine Elster sind auch wieder dabei.

Taijiurlaub Qigongurlaub Yogaurlaub Integrale Bewegung Integral Movement mit Martin Schmid

Dann war es wieder da, dieses herrliche Gefühl, anzukommen.

Erinnerungen und Realität verschmelzen. Fassbar, unfassbar, für mich.
Ein Jahr ist vergangen, eine lange Zeit ……… und doch so kurz, schon bin ich wieder hier.
Es ist wie ein Geheimnis. Das Meer, dunkles Blau, endlose Weite der Wind, die Stille und etwas, das einem hält, JEZT….. hier zu sein, was es ist das weiss ich nicht. Dies könnte überall sein, doch dieses fest verbundene Gefühl, diese kompakte Energie …………….. das ist Korsika.

La route qui longe la côte et nous emmène à Marina d’Oru est magnifique.
Elle nous donne un aperçu de la Corse, de ses couleurs.

Wir erreichen das Bungalow-Dorf.

Au village nous allons saluer la mer.
On l’entend, on la sent, puis on la voit.
Les pieds dans l’eau, on la ressent.

Für mich beginnt eine spannende Woche, ein Abenteuer auf allen Ebenen.

Die Männer-WG wird gegründet.
Das Ehebett-Paar bestimmt.
Wir nähern uns beim Einkaufen.
Beim Essen zubereiten und Essen.

Das ganz profane Ankommen war dann ziemlich verspätet und der Tag dringend zum Regenerieren nötig, um morgen gut starten zu können. Was wird uns erwarten? Für mich ist es heuer das 2. Mal und trotzdem fast genauso spannend. Was wird in dieser knappen Woche alles geschehen? Mit mir, mit der Gruppe?

Wind wirft wuchtige Wellen an den Strand. Ich jogge ihm entlang zum Taiji-Platz. Schon bald habe ich nasse Schuhe, schön kühl und schön schwer, denn das Wasser wird weit in den Sand geworfen.

Da ist er, der Taiji-Platz. Still wie eh und je.

Taijiferien Qigongferien Yogaferien Korsika Integrale Bewegung Integral Movement mit Martin Schmid

Was macht ein Zuhause ein Zuhause? Die Wiederholung ist sicher ein Punkt. Doch nicht der Einzige. Das wissen alle, die täglich Taiji «praktizieren» und sich nicht mehr darin finden. Wiederholung kann zu einer leeren Routine werden, sogar zu einem zermürbenden Trott. Zuhause sein hat auch mit Aufgehobensein, Angenommensein zu tun. Es kann ganz einfach eine Empfindung sein.
Ob Wiederholung oder nicht – an diesem Ort hier unter den Pinien mit Blick auf das Meer fühle ich mich zu Hause.

Ich jongliere im Sonnenschein. Die gesamte Gruppe trifft sich zum gemeinsamen Nachtessen im Restaurant. Ich fühle mich wohl mit meinem Gegenüber.

Le soir nous mangeons tous ensemble.
De 9 nous sommes passés à 13.

Céline sagt, es falle ihr hier schwerer, Deutsch zu sprechen.
Ich sage, es falle mir hier leichter, Französisch zu sprechen.
Sie versteht mich trotzdem nicht :)

Abends steigt der fast volle Mond über dem Meer empor...

Joggen bei Vollmond
Den Flutwellen davonlaufen
Silbrige Welt
Korsika
Ich bin angekommen

La lune pleine trace un chemin sur la mer.

...und legt eine Lichtbrücke zu mir, als ich am Strand sitze. Er erzählt mir von mir selbst, von längst Vergangenem, das bis zu diesem Moment immer noch in mir lebt, mich definiert und nun von den Wellen zurück in das grosse Eine gezogen wird.
Eine Definition weniger. Wenn die Zeit reif ist, ist sie reif. Es gibt nichts zu tun. No big deal.

Sonntag


Martin nous attend à 7°°, au bord de la mer, pour sentir la Corse, le soleil, la mer.

Taichiurlaub Qigongferien Yogaferien Korsika Martin Schmid Integral Movement Integrale Bewegung

Après le petit déjeuner, nous partons pour la pinède, qui abrite notre place de taiji.
Un vrai labyrinthe de chemins remplis de creux et de bosses nous conduit à un coin de paradis, au bord de la mer, sous les pins.

Die erste Begegnung mit dem Taiji-Platz.

Es war herrlich, unseren schönen Taiji-Platz vom letzten Jahr wiederzusehen.

Vertrautheit, man kennt es und doch ist es immer wieder neu.

Alles ist Mitte.

Ich sage Ja.

Schön, wie viele der Wiederkehrenden als einen Grund für ihr Wiederkommen auch den Platz nennen. Er ist eben wirklich einmalig.

Das Schöne an der Korsika-Woche: Es kommen ganz verschiedene Menschen mit ganz verschiedenen Vorstellungen von Taiji (und/ oder Qigong, IET, Push Hands; Bewegung, Entspannung…) zusammen. Die einen kommen wieder, regelmässig oder nach Jahren, andere kommen das erste Mal. Das bereichert ungemein.

Eine neue Gruppe. Aber auch einige vom letzten Jahr dabei. Und dann zu schauen, wer sind die noch nicht bekannten. Faszinierend, dass da gleich irgendeine Vertrautheit da ist.

Die Gruppe fand sich schnell und es herrschte Harmonie pur….von Anfang bis zum Ende des Urlaubs.

Alte und neue Gspändli. Eine bunt gemischte, gute, fröhliche Gruppe. Sie hat sich schnell gefunden.

Macht das die Verbindung Taiji/Qigong?

Dazu Martin mit seiner behutsamen und einfühlsamen Einführung in das Korsika und das Tai Chi.

Man weiss nicht was auf einem zu kommt ……. fliessen lassen ist nicht immer einfach ……. doch….
…….. unser Obermeister Martin führt uns fröhlich, spassig, kompetent, Step by Step durch diese Woche.

La matinée nous servira à sentir, ressentir la Corse.

Ich frage die Teilnehmer heute, was Taiji für sie bedeutet – und erwarte darauf keine Antwort. Denn Definitionen sind nicht so interessant wie das Leben. Darum ermutige ich sie, die Antwort zu leben.
Als Vorbereitung auf diese Frage schreibe ich mein Tagebuch seitenlang damit voll, was Taiji alles nicht ist.

Wir betrachten unsere Fussspuren im Sand.

Nous y plantons nos pieds, nous nous y couchons, nous l’apprivoisons…ou nous nous laissons apprivoiser.

Ich achte mich darauf, parallel zu stehen. Im Gehen zu stehen. Meine mangelnde Beweglichkeit im Hüftgelenk kompensiere ich durch Schrägstellen des Beckens. Ich stehe 20 Minuten.

Stehen. Einfach dastehen und werden lassen. Den Wellen lauschen, wie sie rollen und zischen.
Stehen. Da. Alles hier begrüssen.
Ich brauche keine weiten Wege zu gehen um zu finden. Um Frieden und Kraft zu finden.

Nicht durch eilen kommen wir an, sondern durch verweilen.
Klingt wie ein Kalenderspruch...

Ich balanciere auf der Slackline. Ich nehme mein erstes Bad im Meer und bin dabei, wie Roger Federer seinen ersten French Open-Titel holt.

Taichiurlaub Qigongferien Yogaferien Korsika Martin Schmid Integral Movement Integrale Bewegung Slackline

Die Vorübung zum Pushen machte ich schon am Nachmittag: das Meer hatte immer noch einen größeren Wellengang. Mein Versuch, mit dem Meer zu pushen, war nicht schlecht. Ich ließ die Welle auf mich zukommen und versuchte, im angetriebenen Sand geerdet stehen zu bleiben, den Stoß der Welle aufzunehmen. Machte Spaß, ging 20, 30 mal gut und ich war glücklich, so mit der Welle nachgeben zu können. Und dann dieÜberraschung: zum selben Zeitpunkt, als ich eine Welle von vorne annahm, kam die vorherige mit voller Wucht von hinten zurück. Das hatte ich nicht erwartet, es warf mich um. Nach meiner Logik hätten sich die beiden eigentlich neutralisieren müssen. Was war mit mir? Ich stand wohl um Bruchteile am falschen Platz, oder hätte ich nicht nur nach vorne fixiert nachgeben dürfen, sondern auch nach den anderen Seiten offen zum Nachgeben sein müssen? Vielleicht weiß ich am Ende der Woche mehr...

Le retour au village se fait en voiture, en courant, en marchant, suivant les envies de chacun. Nous nous retrouvons pour le Push Hands du soir.

Taijiurlaub Qigongurlaub Yogaferien Korsika Martin Schmid Integral Movement Integrale Bewegung

Das Erfahren, Lernen, Ausprobieren und Integrieren mittels IET, Tai Chi und dem Pushen….. eine bereichernde Erfahrung.

Pourrons-nous mettre en pratique les découvertes du matin ?

Offensichtliches schon immer Dagewesenes neu gesehen und angenommen. Bisher da es naheliegend und daher unspektakulär und meiner Vorstellung von "grossem Bewusstsein" unwürdig erschien nur als nebensächlich betrachtet.

Beim Pushen am Abend dann direkt Verbindung zu den einzelnen aufnehmen.

Wir stellen uns Fragen und lernen uns kennen beim Push Hands.

Pushen als eine Art, Fragen zu stellen. Physischer Kontakt als eine Art, zuzuhören. Und damit einander kennen zu lernen.

Spannend, war die Übung vielleicht auch so gedacht?

In der Ausbildung zum Grafiker habe ich erfahren, dass das Eingrenzen der Mittel und Möglichkeiten die Kreativität herausfordern und fördern kann. Heute habe ich erfahren, dass ausserdem auch eine stabile, ruhige Mitte die Kreativität begünstigen kann: Sie geradezu einlädt zu fliessen, zu spielen und zu singen.

Ich freue mich das erste Mal an der Beobachtung, dass man auch barfuss in Läuferhöslis im Supermarkt einkaufen kann. Nach dem Essen geben wir uns Zeit für ein gutes Gespräch zu viert. Beim Einschlafen mache ich die Erkenntnis, dass auch Schlafende furzen können.

Montag


La mer s’est calmée. Les hirondelles sillonnent le ciel.
Les terrasses des bungalows accueillent souvent plusieurs nids.
L’activité y est intense le matin.
Le réveil est moins pénible.

Heute Morgen schon zwicken und zwacken, die Muskeln und was sonst noch alles. Aber ich bin nicht die einzige.

Ich spüre meine Oberschenkel.

Wir haben viel Spass, lachen, fröhlich sein…….. doch es ist nicht immer lustig, lässig easy. Knallharte Arbeit, puh vor allem der Beine, wie auch tief in einem selbst, emotional und lehrreich …… wenn man es zulässt.

Und der Gedanke: muß das wirklich sein und alles freiwillig? Willig schon, nur – warum ist der Weg so anstrengend?

Nous saluons la mer, nous-même, puis déjeunons et partons pour la pinède.

Wir atmen.

Nous respirons avec l’île.

Wir werfen Pinienzapfen.

Und dann aber auch so oft entspannendes, wie bei dieser Ausgelassenheit: ich glaube kaum, dass ich sonst im Urlaub plötzlich mit leeren Wasserflaschen auf unsere Terrasse werfen würde. Wir hatten am Vormittag mit Pinienzapfen geübt: mit der Kraft aus der Erde über die Koordinaten Sprung-, Knie-, Hüft-, Ellbogen-, Handgelenk schleudert der Arm den vom Boden aufgenommenen Zapfen weg.

Von unten nach oben.

Und wir hatten eigentlich unsere Flaschen zum Entsorgungscontainer bringen wollen, dann andere Pläne, der Weg zurück über die Terrassenstufen war nach dem Abend-Pushen einfach zu anstrengend. Also gleich die Übung von heute Vormittag, nur mit den Flaschen. Ging wirklich gut! Ist das vielleicht Taiji im Alltag? Dieses Thema kam jetzt schon des öfteren auf und Martin versprach, vielleicht im Lauf der Woche darauf zurückzukommen...

S’ouvrir, sentir, accepter, offrir, partager, échanger…
Qu’est-ce que cela donne dans la pratique du Push Hands...?

Stossen, Fäuste: aus der Tiefe meiner Selbst, aus der Ur-Tiefe der Welt, aus der Kraft und Unendlichkeit der Erde.

Ein Vergleich: Zen-Buddhismus ist die Essenz des Buddhismus. der tibetische Buddhismus ist die Fülle des Buddhismus. Zen sagt: Scheiss auf die Schriften. Sie sind weder wichtig noch unwichtig. Denn alles, was du brauchst, ist jetzt da.
Und Traditionen lassen Menschen manchmal vor Ehrfurcht erstarren. Nicht förderlich. Vor allem nicht, wenn es um Taiji-Traditionen geht.
IET ist in diesem Sinn wie Zen. Es ist die Grundlage oder Essenz des Taiji und Qigong. Alles, was du brauchst, hast du hier und jetzt bei und in dir. Da ist ein Körper, eine Energie, ein Geist, und ein dies alles umfassendes Bewusstsein. Es muss nichts von aussen an dich herangetragen werden. Auch nichts exotisches, nichts altes, nichts traditionelles. Das zu erkennen ist der wahre Schritt. Eigentlich der einzige. Das ist der Ursprung des Taiji. (Und wenn man ihn «macht», statt dass er geschieht, dann ist es der grösste Fehltritt. Für den Rest des Lebens stehen wir als Deppen da und merken es nicht. Dao-Deppen. Das Dao mag Deppen, meint LaoDao dazu, vor allem LaoDaoDeppen.)
IET fördert diesen Schritt. Alles andere ist Beigemüse.

Warum ich fast kein Pattern-Push Hands oder Routinen unterrichte: Sie geben zwar Sicherheit, weil man dann weiss, was man zu tun hat. Doch diese Sicherheit wird schnell zur falschen Sicherheit. Denn Push Hands ist ein freier Austausch. Auch im Leben können wir nicht einmal Schema A und dann Schema B anwenden. Wir probieren aus, machen Fehler, versuchen anders, sind kreativ und erarbeiten uns damit von innen heraus Kompetenzen.

Wenn ich einen Stoss nicht erden kann, kann ich anstatt zu versuchen nicht rauszufallen, den Stoss, die Kraft, die Richtung, die Berührung, die Reaktion, das Rausfallen und das Wiederaufstehen voll und ganz präsent wahrnehmen.

Wir erarbeiten sie nicht getrennt vom Leben und «wenden sie dann an», wir erarbeiten sie im, durch das und mit dem Leben. Und so lernen wir auch im Push Hands alles, was wir brauchen. Nur sind es keine «Techniken, die man anwendet», sondern es ist der aufmerksam und achtsam gelebte, kreativ sich entfaltende Moment.
Meine Art des Push Hands-Unterrichts ist, als würde ich meinen Teilnehmern einen Koan geben statt eine Gebrauchsanweisung. Ich tue mein bestes, den richtigen Koan zu finden und hüte mich vor schnellen Lösungen.

Kann ich mich ganz öffnen für einen Kontakt zu einem Menschen im Pushen?
Wie fühlt sich das an, wenn ich in Verbindung mit jemandem bin?
Wie kann ich bei mir im Zentrum sein und gleichzeitig weich, offen und in kreativen Austausch gehen?
Wenn beide Pusher dies erleben, gibt es dann etwas neues daraus? Eine Synthese, ein neues Spiel, einen neuen Tanz?

Beim Neutralisieren im Push Hands gibt es keine falschen Stösse. Und nicht jeder Supermarkt toleriert nackte Füsse und Läuferhöslis.

... et dans les discussions du soir ?

Dienstag


Ich habe vor Jahren aufgehört, mir über das Wetter in Korsika Sorgen zu machen. Heute Morgen um sieben war es bewölkt. Um neun war es bereits sehr aufgelockert.

Nous approfondissons encore notre conscience de ce qui nous entoure.
Que fait ma respiration, d’où vient-elle, où va-t-elle, que porte-t-elle, où passe-t-elle, comment, que touche-t-elle ?

Beim Ausatmen die Energie vom 2. Dantian ins 1. Dantian dann in die Erde.
Beim Einatmen von der Erde ins 1. und dann ins 2. fliessen lassen.
Energie, Atem, Bewegung folgen aufeinander wie Wellen:
Die Energie bewegt den Atem und mit dem Atem zusammen bewegt sich der Körper.

Energie ist sichtbar in den Wellen im Meer. Das Wasser bewegt sich nicht.

Alles hat Zeit. Ich muss nichts zusätzliches tun.
Das Universum macht keine Pause. Es lebt und ist immer.

Wir lassen die Boje vom Schrank krachen. Die Kette rasseln. Trennen unten und oben um es zu verbinden. Atmen mit dem Körper.
Die Energie des paradisischen Ortes tut das Ihre. Ich atme ein. Ich atme aus. Ich fliesse. Es gibt keine Pause, nichts bricht ab. Ich bin in ständigem Kontakt.

Heute nach den Atemübungen vom Erdmittelpunkt durchs erste Dantian ins zweite Dantian und wieder zurück
habe ich beim gemeinsamen Einkaufen und auf der Rückfahrt zu den Bungalows das Gefühl als wären wir alle klarer sichtbar.
Als würden wir uns bei den Konversationen gegenseitig dabei unterstützen noch klarer zu werden.
Äusserlich sieht es teils etwas giftig und nach Hickhack aus. Tiefer spüre ich aber eine tiefe Verbundenheit zwischen uns und ein Impuls, der wie sagt:
"He, lass diese Manipulations- und Machtversuche. Ich bin genug klar und sehe sie deutlich. Sie habe keine Relevanz und Atraktivität mehr für mich. Lass uns alle klar hier sein. So dass jeder einzelne voll und ganz mit dabei sei und dann das Unbeabsichtigte geschehen kann und die Magie des Universums durch und mit uns gemeinsam tanzt."

Jetzt, am Nachmittag, brennt die Sonne wie eh und je. Doch der kühlende Wind, der, je nach Tageslaune dem Meer von den Bergen oder den Bergen vom Meer berichtet, macht dies sanft und stetig, ohne Eile. Ich danke ihm dafür.
Im Training der Inneren Kraft ermöglichen wir den Rhythmen der Natur, durch uns Kraft zu entwickeln. Mit der Körperatmung werden wir zum Meer, dessen Wellen durch den Wind (den Atem) bewegt werden. Ziel ist, dermassen zu entspannen, dass sich mit der Atmung der ganze Körper bewegt. Wir beginnen mit grossen Bewegungen, die wir «machen», und subtilisieren sie dann in immer kleinere Bewegungen hinein. Es ist ein Potenzieren. Je subtiler sie werden, desto kraftvoller werden sie. Doch das werden sie natürlich nicht, indem ich die Bewegung kleiner «mache».

Le soir au Push Hands nous devenons la mer, la vague…

Im Pushen sind wir Meer.

Peut-on pousser la mer ?

Taiji Qigong IET Integrale Bewegung Integral Movement mit Martin Schmid

Beim Essen alle zusammen, Pot Luck.

Ich habe für das Topfglück eine «Ribollita» zubereitet. Mann, war die lecker! Ich habe den ganzen Pott voll am Nachmittag gleich selbst gegessen. Und am Abend statt der Ribollita meine Begeisterung dafür mitgebracht.

Le soir nous mangeons tous ensemble.
Chaque bungalow apporte un plat, une idée, une envie.
Chaque partie forme le tout.
Et c’est bon.

Nach einem reichen Potluck Dinner freue ich mich auf den Schlaf.
Müde und erfüllt von einem intensiven Taijitraining und vielen tiefen wirklichen Begegnungen.
Dankbarkeit erfüllt mich für den Mut und das Vertrauen, die ich bei allen in der Gruppe spüre und für die Begegnung mit dieser Insel und ihrer rauhen, würzigen, zähen, klaren und schlichten Fülle.

Morgen Mittwoch ist Freitag. Wir finden unsere Interessen in zwei Gruppen.

Mittwoch


Journée de repos.
Journée de liberté.
Journée d’intégration ?
Il y a la Corse à découvrir.
Il y a la mer à savourer.
Il y a la tranquillité à apprécier.
Différentes aspirations.
Un groupe partira à la découverte.
Un autre savourera la mer.

Zu fünft fahren wir zur Strandlandschaft.

Heute fahre ich mit einer kleinen Gruppe zu einem Traum-Strand. Weil der schwieriger zu finden ist als Sartène.

Ausflug an den Strand. Blaues Meer und eine Traumbucht breitet sich vor unseren Augen aus.

Der Anblick ist wie im Ferienkatalog.
Anders als am Taiji-Platz sind wir hier nicht die einzigen.

Viele Leute am Strand, trotzdem eine zufriedene Ruhe über allem. Entspannte Gespräche, Backgammon unter dem Sonnenschirm. Alles fliesst grad so wies kommt und mag.

Tai Chi Urlaub Qigong-Urlaub Yogaferien IET Push Hands Korsika Martin Schmid Integral Movement Integrale BewegungTaiji Qigong IET Push Hands Korsika Martin Schmid Integral Movement Integrale Bewegung


Le taiji sans taiji. Et pourtant taiji quand-même.
Qu’est-ce que le taiji ?

Die Rückfahrt kommt mir sehr lange vor. Die Sonne und Wärme waren anstrengend.

Es ist schon interessant, dass heute am Pause-/Ausflugstag („Karibik“-Strand von Palombaggia), obwohl sehnlichst erwartet, ich am Abend nach Sonne – Wasser – Strand– heißer Autofahrt die gleiche Müdigkeit fühlte, wie nach einem Taiji-Tag. Aber es fehlte mir irgendwie was, ich hatte nicht das Vollsein, Erfülltsein, wie an den anderen Abenden.

Der Küchenboden wird mit gehackten Tomaten und Zwiebeln geschmückt. Die Mitbewohner aus der anderen Ausflugsgruppe sind heute Abend ungewohnt wortlos. Zu dritt bleiben wir etwas länger wach als die vorherigen Abende. Das Teilen des Ehebetts findet im Ausziehsofa sein Ende.

Donnerstag


Nous sommes déjà plus proches de la fin que du début…

Die äusseren Aspekte (dazu gehören auch alle inneren Prinzipien des Taiji wie Koordinaten etc. und das Training der Inneren Kraft) kann man üben, meistern und vermitteln.
Die innere Aspekte… Man kann nicht einmal darauf hinweisen, dass sie existieren. Die inneren Aspekte kann man werden. Und damit auch Hinweis sein. Für denjenigen, der sehen kann.

Nous continuons sur le chemin des découvertes, de l’approfondissement.

Wir atmen die Goldene Linie.

Das Meer ist heute ruhig. Die Wellen sind klein und haben keine Eile. Perfekte Bedingungen für das Training der Inneren Kraft, wo wir heute die Wirbelsäulenatmung erforschen.
Mit den physischen und energetischen Wellenbewegungen aus dem Zentrum, der Atmung der Goldenen Linie, der Körperatmung und jetzt der Wirbelsäulenatmung haben wir die fünf zum Teil sich wiedersprechenden (jedenfalls in den Gefilden des denkenden Verstandes) Elemente der Inneren Kraft. Sie alle sind ein Yin und/ oder ein Yang, die sich nun gegenseitig durchdringen. Fehlt das letzte Element, das ich nicht unterrichte, weil es nicht unterrichtet werden kann. Dann ist das Hexagramm perfekt. Hexagramme (aus dem Yijing) beschreiben die Fülle und den Wandel des Lebens... Des Universums.

De la Corse nous sommes passés à l’univers.
Nous faisons partie d’un tout.
Chaque respiration nous y relie, nous en délie.
Nous sommes une note de musique qui y résonne, nous sommes musique.

Die ICH-Perspektive ist ganz wichtig, um Taiji überhaupt lebendig werden zu lassen. Verschiedene TeilnehmerInnen berichten denn heute auch tatsächlich von dieser Perspektive.

Intensive, tiefberührende Erlebnisse bei den Übungen zur Wirbelsäulen-Atmung.

Hat sich bei den Übungen was gelöst und mich ziemlich heftig gebeutelt – aber gut! Es fiel mir wie Schuppen von den Augen und wird meinen Alltag verändern.


Die Atmung verhilft mir zu Klarheit, Präsenz, Struktur, Entspannung und Kontakt zum Boden.
Die Körper-Atmung lässt meine Form pulsieren und lebendiger werden.

Es ist mir heute als wären wir alle in viel mehr Ebenen auf einmal präsent und können dabei vielfältiger und oft ohne Worte kommunizieren.

Die Geborgenheit in der Gruppe machte es mir möglich, auch darüber sprechen zu wollen.

Die Rückmeldungen aus der Gruppe berühren mich.

Meine Aufgabe in dieser Woche einmal mehr: Die Möglichkeit fördern, dass die Teilnehmer die transformierenden Kräfte der Insel, des Taiji-Platzes, des Taiji und des Lebens erfahren.

Alles ist da. Im Jetzt. Alles ist das Jetzt.

Taiji Qigong IET Push Hands Korsika Martin Schmid Integral Movement Integrale Bewegung

Die Zeit wurde unwichtig und doch war sie zu kurz…..es rief in mir eine tiefe geweckte Empfindung hervor die nach mehr/Meer ruft….mehr Korsika, mehr Meer….und mehr gefühlte Integration in das Sein, in das Leben…

Das Jetzt kann wie ein unendlich grosser Raum beschrieben werden, in dem sich alles was ist und sich wandelt befindet.

Auch die Uhrzeiger drehen ihre Runden im Jetzt.
Eigentlich ist da kein Raum, kein Abstand, keine Distanz, keine Trennung. Raum ist abhängig davon mit was sich das Bewusstsein identifiziert. Die Abgrenzung, die Eingrenzung machen wir selber, können wir selber machen und daher auch verschieben, ausweiten oder das Unendliche zulassen.

...wir lernen von, mit und durch uns…etwas sehr wertvolles, hier auf Korsika einem wunderschönem/energetischem Ort….etwas über das Leben…

Die Fülle offenbart sich, wenn wir vom Projekt der Zersplitterung ablassen.

Was bedeutet: «Es gibt keine Geheimnisse?»
Es bedeutet nicht, dass ich euch etwas verschweige. Es bedeutet, dass es nichts zu sagen gibt. Nichts, was du nicht selber entdecken kannst. Nichts, was nicht in dir ist, bereit, entdeckt zu werden. Nichts, was man von aussen an dich heran tragen muss.
Darum bin ich mit dir. Meine Aufgabe ist, dich immer wieder darauf hinzuweisen, deine Wahrnehmung zu öffnen, wenn eine neue Entdeckung nah ist.
Den Anfang lehren, den Fortgang bezeugen, zur Vollendung helfen.

Wir pushen und üben die Wirbelsäulen-Atmung. Wir üben das Abheben wie ein Drache und machen Drachenhände.

Die Geschichte von Hand:
Hallo ich bin Hand. Ich habe fünf Fühler. Mit der Zeit bewegen sich diese von einem anfänglichen synchronen zusammenziehen und loslassen immer differenzierter und einzeln.
Ich bin warm. Manchmal auch kalt. In mir pulsiert etwas.
Oft begegnet mir ein anderes, das mir ähnlich sieht. Wir umarmen uns dann jeweils, was sogleich von einem heftigen Rauf- und Runterschütteln begleitet wird. Das war schon immer so. Weshalb dies geschieht? Das ist wohl unsere Natur. Mit Sicherheit kann ich aber sagen, nicht jede Umarmung fühlt sich gleich an. Manche gefallen mir besser. So gibt es Umarmungen die sind ganz weich, andere sind hart und unangenehm, wieder andere da wird mir ganz warm und wohl.
Ich bin dies mit den fünf Fühlern und dem Pulsieren überall in mir.
Manchmal frage ich mich ob etwas hinter unseren Rauf- und Runterschüttel-Umarmungen steckt und woher dieses Pulsieren wohl kommt.
Einmal ist mir ein Artgenosse begegnet, der hatte nur vier Fühler – was ja schon komisch genug ist.
Doch um der seltsamen Erscheinung eins drauf zu setzten erzählte dieser er habe entdeckt und gespürt,
dass er und wir alle Teil eines grösseren Ganzen seien: eines grossen zusammenhängenden Körpers und das wir nur unsere Identifikation mit den fünf Fühlern loszulassen brauchen. Auch habe das Pulsieren eine Quelle in diesem grossen Körper. Und in und um diesen Körper habe es Welten, die ich mir nicht im Traum vorstellen könne. Etwas neugierig hat mich diese Erzählung ja gemacht, aber wie schon gesagt es war ein komischer Kauz, mit nur vier Fühlern.

Taichiurlaub Qigongferien Yogaurlaub IET Push Hands Korsika Martin Schmid Integral Movement Integrale Bewegung

Unsere WG kauft Fische. Wir werden auch heute Abend sicher genug zu Essen haben. Das Feriendorf hat zum zweiten Mal kein Wasser, was uns beim Kochen und der Körperpflege improvisieren lässt.

Freitag


Was für ein vielseitiger Tag!
Nach einem reichhaltigen Frühstück, wie jeden Morgen auf der Sonnenterasse und reichhaltig (wir verwöhnen uns hier in der «Männer-WG» wie die Fürsten!) bin ich den Strand entlang und teils durch Büsche und Pinienwälder zu unserem Taijiplatz gejoggt. Ich war etwas spät dran. Doch wie ich später erfuhr waren erst kurz vor meinem Eintreffen, auch die Anderen verspätet dort angekommen. Vieles fügt sich hier in dieser Woche in der Gruppe auf teils verblüffende Weise.
Ein bisschen so, als hätten wir uns für diese Woche entschlossen etwas wie ein grosser Organismus zu sein in dem jeder seinen Platz hat und mitwirkt.


Integration. Das heisst: Revue passieren lassen. Wirken lassen. Das Erlebte Zentrieren, im Herzen.

Nous revoyons la semaine, nos découvertes.

Wir blicken zurück.

Letzter Tag. Wehmut – nein auch Freude über die feinen Veränderungen, die im Laufe der wenigen Tage passiert sind.

Taijiferien Yogaurlaub Qigongferien Open Hands Korsika Martin Schmid Integral Movement Integrale Bewegung

Heute war Integrationstag mit Übungen zur Verankerung des erlebten und erlernten und einer Abschlussrunde.
Das was in mir war ins Wir zu bringen, in die Gruppe, war für mich auch ein wichtiger Integrationsschritt.

Ich stehe. Es passiert nichts. Wir integrieren und lassen unser Herz tanzen.

Nous dansons à cœur ouvert avec la Corse.

Gerade beim Laufen der Form, wenn wir die verschiedenen Übungen integrierten, merkte ich sehr deutlich, was anders wurde.

Ich fühle mich frei und unbeschwert.
Zu dritt joggen wir durch die Büsche. Zu zweit geniessen wir die Ruhe.

Kurzfassung eines Gesprächs zwischen Dorit und mir bei der Rückkehr vom Taijiplatz zu unseren Bungalows:
Es verändert so viel, wenn man nicht etwas sehen will, sondern einfach schaut was zu sehen ist.

Um ein gemeinsames Wir zu erschaffen braucht es Interesse aneinander. Wir wiederholen gezielt.

Am Nachmittag Pushhands mit der Intention aus den individuellen Zentren und Dynamiken zusätzlich ein gemeinsames Zentrum und eine gemeinsame Dynamik entstehen zu lassen: ein Wir (Ich und Du + Ich und Du = Wir zu zweit).

Au Push Hands nous cherchons à dépasser le un + un pour devenir un nous, un UN.

Wir bitten uns gegenseitig um einen Tipp. Ich kann auch fragen, ob ich dir ein Feedback geben darf. Mein Pushen empfinde ich kraftvoll, intern und geerdet. Bin ich von 2 auf 4% vorgestossen?

Am Abend spazieren wir zusammen am Strand entlang zu unserem Abschlussmal in einem Restaurant direkt am Meer.

Wir essen gemeinsam im Restaurant am Strand.

Ce que nous vivons dans les journées, nous en découvrons les liens, les connexions, les liaisons avec notre vie courante dans nos discussions du soir.

Wir sind uns nicht sicher, ob «reizend» der passende Ausdruck für das Servicepersonal ist.

Le taiji au quotidien, le taiji interne, le taiji philosophique, le taiji psychologique…

Wir schlendern dem Strand entlang zurück und blicken in die Sterne.

Beim Zurückgehen nach dem Essen flackern und leuchten die Milchstrasse und unglaublich viele Sterne über uns.
Dann in der Marina D' Oru Strand-Disco ein Tanz.

Wir tanzen. Es fährt mir ein. Energie, loslassen, ausbrechen, kreativ gestalten, aufeinander eingehen, sich inspirieren lassen, annehmen, weiterführen, in einen Dialog treten, fliessen, sich bewegen.


Ja eigentlich eine richtige Darbietung zu fünft, in der ich alles was ich diese Woche erlebt und geübt hatte integrieren konnte.

Eine Tanz-Show. Wir können uns bewegen...

Wow, war das ein kraftvolles Riesen-Gaudi!!

... la vie.

Jetzt ist es spät. Ich sitze am Strand. Der Mond hat wieder seine Lichtbrücke über das stille Wasser zu mir gelegt.
Es war eine gute Woche. Jede Woche hier in Korsika ist gut, und jede ist anders. Wir haben intensiv gearbeitet, ohne dass es intensive Arbeit war. Ich sitze in der Stille und atme die Fülle.
Manche Teilnehmer meinten, es wäre doch sinnvoll, auf diesem erarbeiteten Niveau noch ein paar tage dranzuhängen. Ja. Gleichzeitig finde ich: Es ist gut so. Genug für ein Jahr. Genug Inputs, genug Erlebnisse, genug zu üben, zu empfinden, zu integrieren, zu verfeinern. Und vielleicht, in einem Jahr, kommen wir wieder, ziehen Bilanz, und machen eine weiteren Schritt.

Samstag & Sonntag


Aufgestanden, fit, nach nur drei Stunden Schlaf! Morgen-, Selbst- und Inselbegrüssung am Strand. Die aufgehende Sonne taucht alles in goldenes Licht.
Um halb acht joggen Alain und ich gemeinsam los Richtung Taijiplatz. Wir unterhalten uns gut und die klare Morgenluft riecht nach Süden und Pinien.
Vom Taijiplatz aus gehts wieder zurück zu den Bungalows nun jeder auf eigenem Weg und in eigenem Tempo.
Nach dem Morgenessen die ersten Abschiede.
Dorit und Gerdi reisen weiter nach Sardinien.

Abschiednehmen - von Martin, der für uns so vieles Unglaubliche möglich machte - von der Gruppe, die eine Woche wie eine große Familie agierte - von der wunderbaren Insel. Fahrt nach Bonifacio und Überfahrt nach Santa Teresa. Ich bin gespannt, wie sich die Nachbarinsel Sardinien nach einer Woche Korsika für mich anfühlt.

Nous rentrons.
Certains en profitent pour découvrir encore un peu de la Corse.

Nachdem alles eingepackt ist, macht sich ein Teil der Gruppe auf nach Corte in die korsischen Berge.

D’autres profitent une dernière fois de ce coin de paradis, que nous offre les pins.

Die Übrigen (ich auch) gehen nochmal zum Taijiplatz...

Zu fünft gehen wir nochmals zum Taiji-Platz...

...und lassen bei einem bunten Picknick, Gesprächen, Sonnen- und Meerbaden die Seele baumeln.

Es ist tief, schön und fest. In mir drin. Ich bin tief beeindruckt von mir, von Menschen aus unserer Gruppe, von Korsika, von dieser Woche, von Martin, von der Kraft. Ich bin überwältigt. Mein Herz. Ich weine. Ich bin traurig. Weil es so schön ist. Weil ich liebe. Weil ich lebe. Ich möchte wiederkommen. Ich sträube mich loszulassen. Dichte, Fülle. Ich erinnere mich an die Leere beim Stehen gestern. Ich bin dankbar. Und durcheinander.

Abschied vom Lern-Platz. Meine Wahrnehmung ist durch ein Ereignis während des Tages verschleiert. Ich stehe, schaue auf das Meer, sehe es mit meinen körperlichen Augen, doch nicht mit meinem Wesen.
– ...
Plötzlich bricht der Wind durch mein Bewusstsein. Plötzlich ist nur noch Wind, nur noch Meer, nur noch Wellen. So klar.
Und ein Lächeln in meinem Gesicht. Jetzt kann ich in Würde gehen. Und wiederkommen.
Denn ich verlasse den Ort, aber er mich nicht.

Nous quittons la Corse, mais la Corse ne nous quitte pas.
La richesse de cette semaine respire avec nous.

Ich nehme Abschied von der Insel und dem Meer.
Ich weiss ich komme wieder.

Ich werde wiederkommen um zu lernen, zu spüren und zu erfahren.
Danke Martin das Du dies möglich gemacht hast.

Ich freue mich schon jetzt auf nächstes Jahr Taiji in Korsika und hoffe, dass es wieder möglich wird. Aber jetzt gibt es ein ganzes Jahr lang die Möglichkeit, all das abzurufen, was uns Martin, das Meer, der Wind, die Wellen, die Insel, die Gruppe, mitgegeben haben. Es wird spannend bleiben.

Das Geheimnis von Korsika bleibt offen, vielleicht deshalb damit es mich Jahr für Jahr auf diese Insel zieht.
Ich bin dankbar, nehme mit was mir geschenkt wurde, Erfahrung über mich selbst, über das Leben, Erkenntnisse, alles wertvolle Schätze auf meinem Weg.

Danke  an Alle die zu dieser, aus meiner Sicht, perfekten Woche  beigetragen haben.
Ich werde gerne an sie zurück denken, und höre jetzt schon wenn es wieder heisst….. he ich hans xgsee …….. s meer……………… s Gheimnis ……..

Rossini. Rossini. Und dazwischen nochmals ganz viel.

Die Fahrt zurück nach Bastia und die Zeit bis zur Nachtruhe auf der Fähre nach Savona ist genauso dicht und intensiv wie die Taijitage davor.
Ich habe so viele Geschenke erhalten, dass ich meine zu platzen! Und das schöne ist, ich muss sie nicht mal mit nach Hause nehmen, denn sie sind in mir und so immer bei mir. VIELEN DANK!


Savona. Die letzten Abschiede auf dem Schiff, wir fahren in zwei Gruppen zurück in die Schweiz. Dieser letzte Morgen hat immer eine besondere Stimmung. Statt um sieben Uhr am Strand zu stehen und die Weite zu atmen, preschen wir zu Rossini aus dem Schiff auf die Autobahn. In der Ferne Genua und die grossen Schiffe, unwirklich friedlich im Gegenlicht. Die Sonne taucht das Meer noch einmal in goldenes Licht, bevor wir es endgültig verabschieden. Dieselbe Fahrgemeinschaft, andere Menschen. Voll, erfüllt, weit und klar. Wie das Meer eben. Dazu nicht Rossini, sondern Pausini. Laura Pausini, strani amori. Das ist zwar etwas kitschig. Aber perfekt.

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