Korsika | Das Journal 2010.

Zum Geleit

Im Vorfeld der Korsika-Woche ermuntere ich die Teilnehmer, sich während der Woche einige Notizen zu machen, die ich dann zu einem Reisebericht zusammenstelle.

Die Gruppe 2010 war eine zweifache Premieren-Gruppe: Sie war jeweils sehr pünktlich, und niemand holte sich einen Sonnenbrand.
Zu diesem Bericht haben Gerdi, Urs, Peter und ich beigetragen, gekennzeichnet durch die einzelnen Farben. Die Fotos haben Urs, Jeanine, Céline und ich beigesteuert.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten!
Martin

Stimmung

Gönnen Sie sich doch ein wenig Stimmung dazu.


Freitag/Samstag


Der Süden. Der Süden! Die zwei Frauen singen «Champs Élysées» und «Aline». So fährt es sich leichter. Ich fahre zwar nicht mit Aline, sondern mit Céline. Und Françoise.
Wir machen schon mal einen Vorkurs: Wie übersetzen wir wohl am besten «Fülle» auf Französisch? «Empfangen»? «Sinken»?
«Oh, Champs Élysées, därä därädä…»
Immer Richtung Süden. Bis zum Grossen Blau. Dann rechts. Nicht zu verfehlen.

Beat und Peter fahren zusammen. Marlise, Gerdi und Cornel am Steuer. Isa mit Familie. Joachim fliegt. Jeanine fliegt. Urs kommt irgendwie, direkt aus Portugal.

Die Fähre kommt spät, aber sie kommt. Wir werden pünktlich da sein. Es ist die Bummelfähre über Nacht, die holt die Verspätung bummelnd wieder auf.

Fähre

Nach einer langen Anreise von München mit dem Zug nach Zürich und von dort mit anderen Teilnehmern mit dem Auto auf der Nachtfähre endlich in Marina d'Oru angekommen, war ich erschöpft und müde, aber glücklich, wieder hier zu sein. Die Häuseraufteilung ergab sich irgendwie ganz von selbst und die auf den Terrassen bereits wohnenden Schwalben waren zunächst etwas irritiert, gewöhnten sich aber schnell an unsere Anwesenheit. Ein erstes Bad im geliebten Meer – und die Müdigkeit war weggespült – einfach herrlich, wieder auf Korsika zu sein.

Leckeres gemeinsames Abendessen. Die Stimmung ist ausgelassen entspannt.
Ich bestelle mir einen Salat mit heissem Ziegenkäse und Honig zur Vorspeise.
Und dann ein Wolfsbarsch: Mein erster «Ganzfisch». Unter fachkundiger Anleitung von Cornel habe ich den Fisch entgrätet und genossen!

Wie die Woche hier auf Korsika wohl diesmal wird?
Heute begleitet mich das Gefühl, dass ich nicht eine Woche Taiji machen werde. Mehr habe ich das Gefühl, als würde ich mich auf eine Veränderung meiner Selbstwahrnehmung und Selbstpräsenz einlassen.
Ich bin gespannt wo mich die Woche hinführt!

Die Zeiten sind vorbei, in denen ich über Taiji rede. Jetzt rede ich über Bewegung. Beziehungsweise, ich vermittle Bewegung. Das schliesst Taiji und Qigong ein, doch führt darüber hinaus.


Sonntag


Morgendliches Munterwerden am noch leeren Strand zu früher Stunde, anschließendes erstes gemeinsames Frühstück unserer Hausgemeinschaft.

Nach dem Aufwärmen frühmorgens geht’s es zügig weiter. Fürs Morgenessen bleibt wenig Zeit.

Schauen, dass man rechtzeitig zur Abfahrt zum Taiji-Platz kommt – eine Herausforderung für die Koordination der Badbenutzung und auch der Überwindung der Lust, es eigentlich langsamer angehen lassen zu wollen. Nun ja, vielleicht ist’s morgen schon einfacher.

StrandAm Morgen jogge ich los Richtung Übungs-Platz.
Mit toller Musik aus dem Ipod.
Vor mir liegt der Strand von Korsika bis zum Horizont.
Im Körper spüre ich viel Kraft und Lust auf Bewegung.
Wow! Was für ein Gefühl!

 

Fahrt zum PlatzDer Übungsplatz soll rechtzeitig besetzt werden. Die Fahrt dahin wird immer ruppiger, die Landschaft immer Paradies ähnlicher.

 

Nach gewohnt holperiger Fahrt dann endlich amPlatz ankommen.



 

Unser Platz in KorsikaBei der Ankunft bin ich begeistert. Das Meer, die Vegetation, die Gerüche, einmalig.


Ich bin schon gestern zu unserem Platz unter den Pinien gejoggt, um sicher zu sein, dass er noch da ist. Man weiss ja nie. Er war noch da.
Heute Morgen wieder zum Platz gejoggt. Noch ist es ruhig. Noch…

Später wird mir klar, dass es ein Paradies mit Ablaufdatum ist. Die Inbesitznahme durch Ferien- und Freizeitmenschen ist voll im Gang. Unser Übungsprogramm stört dies nicht. Ohnehin hat niemand ein exklusives Recht auf eine intakte Natur.

…, denn heute versammeln sich ungewohnt viele Einheimische an diesem Strandabschnitt. Nun ja. Wir sind ja auch verwöhnt. Und dieser Platz ist immer noch absolut einmalig.

Die große Runde der unterschiedlichen, aber doch ähnlichen Erwartungen der einzelnen Teilnehmer an diese Woche. Und dann die klare Aufgabenstellung von Martin, sich für die erste eigentliche Übung einen Platz zum Stehen zu suchen für die „Bestandsaufnahme“ für diese Woche. Ich wurde magisch von dem Platz angezogen, an dem ich im vergangenen Jahr eine heilsame Erfahrung machen durfte – und es war verblüffend, gleich anknüpfen zu können, als wäre es gestern gewesen.

Heute ist mein Thema Fülle «einschalten, ausschalten, einschalten, ...».
Wie fühle ich mich ich mich wenn ich Fülle zulasse?
Fülle aus dem Boden, mit der Erde gemeinsam.
Die Fülle ist mir wie eine Brücke auf der die Intention den Körper / die Materielle Welt besser erreichen kann.
Wenn die Fülle da ist, habe ich auch mehr Spass. Taiji wird zu einem emotionalen Erlebnis und bleibt nicht «nur» eine Wahrnehmungs- und Beobachtungsübung.
Fülle ist mit meiner Lust und Freude verbunden. Anstatt mich andauernd zu fragen: Was sollte ich tun? Wo kann ich noch etwas verbessern?, frage ich mich: Auf was habe ich Lust? Was macht mir Spass?


Montag


Viel geträumt. Etwas verschlafen stehe ich um sieben Uhr mit allen anderen am Strand zum Auftakt des Tages. Wir bringen unsere Körper in Bewegung.
Nach dem reichen Schlemmer-Frühstück jogge ich wieder zum Taiji-Platz, der sich 30 Rennminuten nördlich von unseren Bungalows befindet.

StrandHeute ist es wieder ganz ruhig an unserem Plätzchen. Die Sonntagsgäste sind verschwunden. Wir weiten aus in die Stille und in die Fülle.


Ausweiten ist im Programm.

 

Wow – das Stretchen war nicht ohne, aber es tat sehr gut. Es war auch Vorbereitung für die nachfolgende Übung: beim Stoßen (dann auch in der Form) nach unten erden, sinken, aber gleichzeitig Knie nach oben loslassen, entspannen. Ganz schön schwer!

Innere Kraft fusst auf innerer Stärke. Das Sinken führt zu öffnen.

Wir üben sinken und öffnen gleichzeitig. Eine tolle Übung!
Es kommt dabei – endlich! – wieder mal etwas Gewicht in meine Beine und sie dürfen arbeiten.

Ganz schön schwer!

Diese Übung will ich mir merken und in meine Praxis einbauen.
So richtig Erden macht mich auch nüchterner und pragmatischer.
Dann fühle ich mich nach Pause und etwas Erholung. Es ist ziemlich Anstrengend so richtig zu entspannen und zu sinken in die Beine und den Boden!

Mein Körper ist stärker gefordert. Nach dem halbstündigen Stehen liegen in der Pause alle flach.

Dann die wundervolle Übung mit der Kugel: ich fühlte mich federleicht, alles Schwere war verschwunden und ich war eingehüllt und geborgen in unendlichem Licht. Das schön anzuschauende und anzufühlende Tensegrity-Modell als Vorbild für unsere körperliche Struktur: nichts reibt aneinander und berührt sich und alles ist flexibel. Zwischen den Wirbeln dehnt sich Licht aus und macht uns weit. Als diese Übung dann in die Form integriert werden sollte, wurde die Form mühelos langsam. Bei der anschließenden Wirbelsäulenatmung verlangsamte sie sich noch mehr – nicht mehr 1 Atemzug pro Bewegungsabfolge, sondern mehrere.
Am Abend gemeinsames Essen – jedes Haus hat etwas beigesteuert – war wieder mal fein und es war schön, entspannt beisammen zu sitzen. Begonnen mit dem Super-„Apero“ – wie mir scheint ein besonderes Schweizer Ritual – und beendet mit der Verköstigung des inseleigenen Myrthenbrandes, wenn auch bei den meisten nur „Fingerhut“-weise.

Dienstag


Puh, heute Nacht, oder vielmehr in den frühen Morgenstunden, als ich eigentlich schon im Halbschlaf war, wäre ich beinahe aus dem Bett gefallen, es arbeitet ganz schön in mir.

Ich bekomme den ersten Preis für den Fehler der Woche: Ich erwähne im Zusammenhang mit dem Entspannen, dass nicht nur wir uns hinein entspannen, sondern uns früher oder später in einen Kontext hinein entspannen. Dass es also nicht nur das Ich gibt, sondern auch das Du. Dummerweise benenne ich dieses Du so, wie es in unserem Kulturkreis benannt wird...

Irritiert! Einige sind es. Martin philosophiert und kommt aufs Religiöse zu sprechen.

… und trete damit eine Lawine los.

Eigentlich wollte ich die Stretch-Übungen mit der Kamera aufnehmen, um sie für zuhause konserviert zu haben, aber nach einem langen Gespräch über Gott und die Welt, das sich am Eingang der Vormittagssession ergab, war mir nur noch nach hier und jetzt und nicht mehr nach Planung für später.

Ich lerne. Ich habe die Dame über den Fluss getragen und wieder abgesetzt.

Zurück zum Wind und dem Meer, das stösst auf grössere Akzeptanz.
Der Strand ist der Ort, an dem sich Welten begegnen. Ganz unterschiedliche Welten, die Wasserwelt und die Erdwelt. Sie gestalten sich gegenseitig und bilden ein stimmiges Ganzes, ohne sich aufzugeben oder ineinander zu verlieren. Vereint werden sie vom Feuer – der Sonne – und der Luft – dem Wind.

BlumeDie schöne Übung mit dem Wind: er bewegt mich ganz sanft und ich fühle, dass ich flexibel werden kann wie das Tensegrity-Modell oder ein Spinnennetz im Wind. Es fühlte sich unbeschreiblich leicht und angenehm an.

Je langsamer ich die Übungen ausführe, je weniger körperliche Bewegungen ich mache pro Minute, desto deutlicher merke ich, wie viele Bewegungen ich die ganze Zeit mache. Zwanghaft, fast andauernd, habe ich Verhaltensweisen, die mir sonst nicht so auffallen, da sie von vielen anderen «grösseren», «lauteren» Bewegungen von mir oder in meiner Umgebung übertönt werden.
Und sie fallen mir auch sonst nicht so auf, da sie immer wieder geschehen und ich sie als mir eigene persönliche Charakterzüge erlebe, gewissermassen unveränderbar.
Doch durch die Verlangsamung realisiere ich, dass dies nicht ich bin. Es sind Gewohnheiten, die nicht in unmittelbarer Beziehung stehen zur aktuellen Realität um mich herum (Korsika, Strandstimmung, Wärme).
Und doch wiederhole ich die Verhaltensweisen andauernd.
Durch dass ich sie in der Verlangsamung bewusst erfahre, sehe ich, dass diese Verhaltensweisen Verhaltensweisen sind und dass ich sie nicht ausführen muss. Dass es sicher noch andere Möglichkeiten gibt und dass ich mich dem Raum hinter den Verhaltensweisen oder der Stille zwischen den Verhaltensweisen öffnen kann und kreativ werden kann mit dem was jetzt gerade ist und kommt in diesem Moment.

Beim Pushen am Abend aber wurden meine Grenzen wieder deutlich: das Hören (Fühlen) der Schwachstellen des Partners mit dem schnellen leichten Antippen des Armes und dem mühelosen Rausstoßen sah bei Martin sehr leicht aus, aber ich werde wohl noch viel üben müssen! Und erst die Aufgabe, die Hände toooootal entspannt auf dem Partner und jeweils mit 1 Finger jeder Hand erspüren und durch Fallenlassen nur dieser entspannten Finger den Partner völlig leicht und kaum merklich „hinauszugeleiten“, das braucht wohl noch öfter eine Korsika-Woche, denn meine ganze Hand will immer mitmachen.

Und doch geschieht ein Wunder. Zweimal gelingt es mir – wie weiss ich nicht – Isa durch "Finger loslassen" leicht aus dem Stand zu bringen. Strange!

Abends pünktlich ab 23 Uhr gibt es hinter unserem Bungalow allabendlich Kurioses zu hören: es beginnt zunächst nur einzelnes Vogel-Gezwitscher mit Abständen, das dann ab ca. 23:30 Uhr allnächtlich in ein großes sehr melodisches Konzert mündet. Da ich vor vielen Jahren zum letzten Mal Nachtigallen singen hörte, deren Gesang mir so ganz anders in Erinnerung war, glaubte ich zunächst nicht an deren Gesang. (Jetzt nach meinen Recherchen zuhause bin ich sicher und finde das schön, dass es wirklich Nachtigallen waren.)

Mittwoch


Freier Tag. Endlich! Jubilieren die Sehnen, Bänder, Faszien und Muskeln.

Ich schliesse mich dem Teil der Gruppe an, die zum Bavellapass fährt. Die Landschaft ist überwältigend. Die Wanderung zum „Bombenloch“ ist nicht übermässig streng. Gerade richtig, aber auf die abschliessende Kletterpartie zum Loch verzichte ich ohne Bedauern. Meine alten Knochen wollen ja geschont werden.

Korsika Bavella Yogaferien Taijiferien Qigongferien



Heute Pause-Tag und ich habe mich entschlossen, nicht mit auf eine der beiden Ausflugsfahrten zu kommen, sondern zum Taiji-Platz zu gehen und mich treiben zu lassen, was der Tag so bringen will. Es war interessant, was ich alles wahrnehmen konnte, da ich die Zeit und die Ruhe hatte, auf die anderen Aktivitäten zu achten, die an „unserem Platz“ auch stattfinden.

Korsika Yogaurlaub Taijiurlaub QigongurlaubFaszinierend die Ameisen, die die gelben Sonnensegel (die Blütenblätter der Zistrose) von allen Seiten wie tanzend ins Zentrum, zum Nesteingang brachten. Dazwischen einer unserer dicken schwarzen Käfer, der ein solches Blütenblatt zwischen seine „Vorderbeine“ krallte und sich dann genüsslich einverleibte. Eine wunderschöne Zikade besuchte mich und wollte fotografiert werden und eine Eidechse kam, um das abgebrochene Stück meines Apfels zu verspeisen. Ein sehr entspannter, entschleunigter Tag. Auch wenn die Ausflügler interessante Dinge sahen – auch hier hat sich durchaus Spannendes ereignet.

Bonifacio

Donnerstag


Perfekt.

Der Wind frischt auf.

Das Joggen am Strand wird anstrengend. Ich laufe Zickzack – immer nah am Wasser. Am tatsächlichen Wasser. Die hohen Wellen zeichnen meinen Weg vor und nach. Diese Wellen sind perfekt für heute.

Heute lassen wir die Wellen durch den Körper fliessen.

Das Meer deutet an, welche Energien es transportiert. Es türmen sich grössere Wellen auf, das Baden macht Spass. Ich versuche, mit dem Meer in Kontakt zu treten und mich von ihm auch bewegen zu lassen. Auf dem Kursprogramm steht sinnigerweise die Welle. Es hätte keinen günstigeren Zeitpunkt dafür geben können. Die Übungen mit der Welle verraten System und Situationsbezogenheit.

Die Welle ist nicht Wasser, das sich vorwärts bewegt, sondern Energie. Erst ganz am Schluss, am Strand, wenn die Welle bricht, ist es das Wasser, das vorwärtsbewegt wird. Das kann ich heute deutlich mit Hilfe des Meeres zeigen.
Die Welle fliesst durch den Körper und «bricht» in der Hand.

Die Welle geht im Körper über die 6 Koordinaten von den Fußgelenken ausgehend über die Wirbelsäule nach oben, geübt auch mit dem lustigen Zapfenwerfen. Irgendwann waren fast alle verschossen und man musste sie aus der Macchia zurückholen. Dann übertragen in die Form, erst die Bewegung schnell von unten kommend wie beim Werfen sich nach oben ausbreitend, dabei kam ich öfter aus der Form. Dann beim langsamen Üben: durch die Koordinaten kommt auch hier der Impuls von unten und setzt sich fort bis in die Hand (also nicht alles gleichzeitig wie in Taiji- Büchern beschrieben; habe ich das richtig verstanden?). Martin meinte, die hohen Wellen des Meeres sind ausgezeichnete Lehrmeister. Und sie machten auch am Nachmittag mit beim Baden. Wenn ich inzwischen auch bei höherem Wellengang ohne Angst das Meerbaden genießen kann, so hat Korsika auch daran einen kleinen Anteil.


Freitag


Integration. Integrieren heisst würdigen.

Wiederholung und Revue passieren lassen der einzelnen Schritte – erstaunlich, was wir alles gemacht haben in den paar Tagen. Sie sind einerseits so unglaublich schnell vergangen, andererseits auch wieder nicht, manchmal war auch das schöne Gefühl da, außerhalb von Zeit und Raum zu surfen, wie die Wellen absichtslos, zeitlos zu sein, vor allem bei den Stehübungen.

Jeder Teilnehmer lernt individuell.
Auch wenn ein Rahmenprogramm gegeben ist und alle in etwa gleichem Tempo
hindurchgeführt werden.
Es ist gut, als Schüler wie als Mentor den Aspekt des individuellen Lernwegs und Lerntempos im Mind zu behalten. Das nimmt Druck weg: in mir und auch gegen Aussen.

Wir schreiten nochmals den Weg ab, den wir gegangen sind. Ich spüre, dass sich etwas verändert hat. Die Übung im Liegen hat eine neue Qualität bekommen. Meine Arme sind schwer geworden und sinken besser.

Dann kam die Übung aller Übungen: sich von und mit der Insel tanzen zu lassen. Unbeschreiblich – was Korsika so alles mit einem macht, wenn man es zulässt; wundervoll und einfach zauberhaft, wie alles in mir und mit mir tanzte und tönte.

Jetzt ist der bestmögliche Moment.
Du (Welt oder lebendiges Gegenüber) bist jetzt bestmöglich.
Ich bin jetzt bestmöglich.
Lass uns flirten. Lass uns einander entdecken, entfalten und würdigen.

Hab ich ein Stück weit loslassen können? Ich denke schon. Dennoch bleibt noch viel zu üben. Die Inputs nehme ich gerne mit, und die vielen guten Erinnerungen auch.

Ich hoffe, dass es mir zuhause gelingt, dies immer wieder abrufen zu können.
Danke Korsika, danke Martin, danke euch allen, die ihr mit mir hier gewesen seid!

Samstag/Sonntag


Heimkehrwetter. Es regnet. Die etappenweise Heimkehr gestaltet sich als touristisches Sightseeing. Auch gut.

Meine Fahrgemeinschaft fuhr bei Nieselregen! (wir hatten wirklich die ganze Woche nur gutesWetter!) Richtung Norden, besuchte in Moriani-Plage eine Töpferei und aß dann in einem Strandlokal köstliche Tapas. Den ursprünglichen Plan einer kleinen Passfahrt gaben wir auf, da im Gebirge die Wolken noch dicht hingen, das Wetter sonst aber wieder ganz gut geworden war. Nördlich von Bastia fanden wir ein nettes Fischerdorf mit schönem alten blumenüberwuchertem Gemäuer und einem Cafe. Der Kieselstrand mit wundervoll rund geschliffenem Gestein hat mich nochmal in meine Sammelleidenschaft gestürzt. Nur musste ich auswählen, denn nachher war alles nachhause zu schleppen, die schönsten kamen aber trotzdem mit!


ErbalungaHier in Erbalunga war nochmal ein schöner Abschluss und Abschied von der Insel, die sich hier mit einem völlig anderen Gesicht zeigte, bis wir dann nach Bastia zurückfuhren und uns auf der Fähre mit den anderen zum Abendessen trafen, um dann

 

über Nacht

     sanft

         gen Norden

             in die Welt

                 zurückgeschaukelt zu werden.

 

Horizont