Korsika | Das Journal 2013.

Das Korsika-Journal 2013 präsentiert sich anders. Es sind viele Bilder und wenige, aber prägnante Sätze entstanden. Sätze, die etwas auf den Punkt bringen ohne es abzuschließen.
Punkte, die öffnen.
Punkte gesetzt haben Céline, Diana, Urs, Gerda, Simona, Lea
und ich, Martin. (Die Musik ist auch von mir. Schließlich ist Korsika die Kurswoche mit dem eigenen Soundtrack.) Die meisten Fotos hat unser Fotograf Richard gemacht.

Dieses Mal habe ich darauf verzichtet, die Texte den UrheberInnen zuzuordnen. Auch Unterteilungen in Tage gibt es nicht. Denn die Woche war ein Fluss.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten!

Vielleicht gönnen Sie sich ein wenig Stimmung dazu. (Aber Achtung, da geht ein wenig die Post ab. Um das Ausdehnen zu illustrieren.)


Bevor wir losfahren, komme ich mir selbst in den Sinn:

«... so lass uns Mensch sein,
Freund und Fremder,
ohne zögern und verstecken...»

Eine Intention setzen: Präsenz, Ruhe, Einfachheit, Bedachtheit und Humor.

Nous voici sur le ferry.
L'eau
Le vent
Les vagues
La Corse s'annonce

Die Sonne kommt aus dem Meer.
Der Morgen ist früh und frisch.
Martin macht einen Zeitrafferfilm.

Wo bin ich?
Auf einem Schiff vor Korsika und auch nicht.
Brauche ich noch Zeit um anzukommen oder ist es etwas Anderes?

Le soleil se lève sur la mer
Un nouveau jour
Une nouvelle possibilité

Geduscht, etwas mehr in Korsika.
Marina d'Oru wie eh und je. Und anders.
Bin ich anders? Ich bin anders.
Wieso bin ich hier? Wozu?

Ich freue mich auf Tage mit dem Meer, in dieser würzigen warmen Luft,
die einem salzige Tröpfchen ins Gesicht trägt,
auf die Gerüche,
auf das Licht,
auf das Zusammensein mit neuen Freunden,
auf OpenHands und alle Spiegel, die ich dort bekomme.
Ich möchte tief verdauen.
Einfach und konkret verdauen.
Freue mich auf Martins Unterricht,
auf neue Übungen von Leas ChiYoga,
auf ein weiteres Konzert von uns allen.

Une nouvelle possibilité d'avancer
Aujourd’hui !
Maintenant !

Le soir, alors que nous étions bien installés, nourris...
Il y a eu de la musique Corse
C'est beau la musique Corse
Elle lui ressemble

Ça commence...

Et il pleut.
C'est beau la pluie sur la mer.

Licht, Lichterfüllt. Alles rundherum leuchtet vom mediterranen Sonnenlicht berührt. Alles kommt in Schwingung davon. Auch ich. Die Strahlen kitzeln Farben, Stimmungen und Leben aus mir und allem rund um mich heraus.

Qui suis-je ?
La terre ?
La pluie ?
Le ciel ?
Un simple regard, différent et pourtant tout change
Où suis-je ?
Ici et maintenant.

Innerlich da und bewegt wieder hier in Korsika zu sein, wieder teilzunehmen an dieser "Folge" von "Korsika in Bewegung".
Innerlich bewegt von Erinnerungen an vieles. Bewegung. Bewegung ist gut. Bringt Fluss, bringt Wandlung, bringt Frische und birgt das Leben selbst und ist selbst im Leben geborgen.

Ich lasse mich inspirieren von allem was ist.
Nehme an und fühle hinein.

Schatten begegnen mir – ein neuer Sonnenstrahl wird geboren.

Der Schatten weicht.

Ich bin.

Nous partons pour la pinède
La place du mouvement
La place insaisissable....

Der Platz des Nichtbegreifens und sich Ergreifenlassens.
Ein etwas umständlicher Name, ich weiß.

Aber treffend.

Laissons-nous saisir, ne saisissons pas !

Sich flirten lassen.
Sich ergreifen lassen.
Sich bewegen lassen.
Bewegt sein.

Flirter avec le vent, le soleil, les vagues S'ouvrir, grandir.

Encore un commencement.

Au début était le verbe....

C'est la même chose.
Köbi
Ouvrir...
C'est la même chose et c'est différent.
Je suis différente 

Der Weg ist einfach.
Aber es ist nicht einfach, ihn zu gehen.

Le chemin n'est pas difficile
C'est aller le chemin qui est difficile
C'est lâcher prise pour avancer qui est vraiment difficile

On ne peut lâcher que ce que l'on connaît.
On ne connaît que ce que l'on différencie.
On ne différencie que ce que l'on expérimente, sent, ressent....

Approfondissons donc le verbe

Il pleut.
Es regnet leicht.

Les hirondelles flirtent avec la mer et le sable.

Wir sind draußen. Liegen.

La mer est remplie de couleurs
Le ciel aussi

Doch wer wird nass?
Wer wird nass?
Durch Yoga werden wir zum Himmel.
Durch Qigong werden wir zum Regen.
In beiden Fällen: Niemand wird nass.
Was für eine Erfahrung.
Leider ist niemand da, der sie festhalten könnte.

Se laisser saisir par la mer, le ciel, les nuages, la pluie et le vent

Qui suis-je ?
Qui est moi ?
Combien de moi suis-je ?
Combien peuvent disparaître ?

Et si j'étais le verbe ?
Et si je devenais le verbe ?
Qu'on ne peut saisir
Qu'on ne peut définir
Qu'on ne peut que faire

Radikal: Was geschieht wenn ich mich voll fallen lasse? Mich dem Universum anvertraue ohne meine Struktur zu verlieren? Ausprobieren!

Sinken – öffnen.
Sein – werden.

Abend. Ich fühle mich voller Fülle.
Darüber schreiben, darüber nachdenken will ich nicht. Einfach fühlen und mich wohl fühlen und damit sein.

Ich mag nicht mehr denken.
Ich mag nicht mehr ordnen.
Ich gebe sie dir, all die Wörter, die Sinn machen wollen.
Ich gebe sie dir, all die Fragmente, die Eins sein sollen.
Nimm sie, verwirble sie, dass sie sich nicht mehr orientieren.
Nimm sie, zerzause sie, dass sie sich nicht mehr erkennen.

Und sollten sie wieder zu sprechen beginnen, dann heule.
Heule, Wind, bis sie die Sprache verlieren.
Säusle, Wind, bis sie nur noch in der Stille schaukeln.
Dann bin ich ohne Worte und doch voller Mitteilung.
Wie ihr.

Ce soir, j'ai dansé sur la plage, sous les étoiles.

Non, je me suis laissée danser par la mer, le sable et les étoiles...

L’expansion, comme l'ouverture vient d’elle-même
Lorsque nous débordons
Et que nous laissons un chemin se dessiner, se créer
Un mouvement naître

In Fülle mich ausdehnend.
Unendliche Weite, frei, verbunden, innig.

Ich kann gehen oder fortschreiten.
Gehen geht.
Fortschreiten geht anders.
Will ich fortschreiten, wird mein ganzer Fuss gewichtig.
Nicht nur die bekannten Stellen werden belastet,
auch die unbekannten erhalten Gewicht.
Ich stehe auf alles, was da ist.
Alles erhält Gewicht.
Ich stehe auf mich und das geht nicht.
So stehe ich und gehe nicht.
Als ob ich warten würde und ich erwarte nicht.
So fülle ich mich und es erfüllt sich.
Jetzt, da ich fortschreite, lache ich.
Denn ich bewege mich nicht.

Nous allons à Bonifacio

Le temps d'une promenade
Le temps d'une pause
Le temps d'intégrer...un peu
Le temps de décanter

De l'intérieur à l'extérieur
De l'extérieur à l'intérieur
De bas en haut
De haut en bas

Tout est déjà là, il faut juste se laisser saisir

Es ist, was ist und was ist, das ist alles, was ist.
Immer und gleichzeitig.

Abend.
Innere und äussere Wärme, inneres und äusseres "Sosein".
Sanft liegt und schwingt der Tag in mir nach.
Ich empfange die Nacht und sie nimmt mich bald mit sich.

Es geschehen zutiefst persönliche Momente des Begegnens. Geschenke, wie sie nur Korsika machen kann.

(Es gibt immer weniger zu sagen und immer mehr zu leben).

Verbunden und berührt.

Intégration

Intégrer

Prendre avec

Honorer

Prendre avec son coeur

Laisser son coeur se remplir de ce qui est donné

Angekommen, und doch ganz am Anfang.

Erfahrungen integrierend, Impulse sich entfalten lassend.

Fin d'un commencement
Faim d'un commencement

Innere Stille, innere Fülle. Dasein, lebendig sein: leben, ein Verb, tief und weit und vielfältig und nur eines von vielen genauso prismatisch, lebendig sprühenden Verben. Das alles ist ein guter Witz, ein Wunder, ganz alltäglich.
Ob alles EINEN Weg geht, ob sich alles im Kern und im grossen Ganzen wundervoll fügt?
Es erscheint mir immer öfters so,... aber sicher bin ich mir da nicht.
Doch etwas ist mir nach dieser Woche klar und zart spürbar: egal wie es ist, in Beziehung zu gehen mit dem was da ist, steht mir immer offen.

Danke.

Ich empfinde unendliche, tiefe Dankbarkeit

Auch wenn es nur ein paar Tage waren, so war es für mich der richtige Zeitpunkt um wichtigen Themen in meinem Leben einen Platz zu geben. Nichts zu müssen und das für mich herauszunehmen was Anklang findet, empfand ich als sehr angenehm und respektvoll. Ich denke, dass ich es geschafft habe einige Inputs und Erfahrungenen aus dieser Woche zu bewahren. Im Qigong fand ich Ruhe und Gelassenheit und Yoga tat das seine dazu. Es kommt wie es kommt....

Es war schön, interessanten Menschen zu begegnen und einen kleinen Weg gemeinsam zu gehen. Ich habe diese Woche sehr genossen und kann mir gut vorstellen nächstes Jahr wieder dabei zu sein.
Ich denke sehr gerne an die schönen Tage zurück und reise manchmal gedanklich zurück auf "meine Insel".