Öffnen im Dreierpack
Öffnen ist absolut zentral. In meiner theologischen interreligiösen Ausbildung ist mir immer wieder aufgefallen, wie öffnen, offen sein und Offenheit als zentrale Begriffe von allen Vertretern aller Religionen genannt wurden, und zwar auf verschiedenste Aspekte bezogen.
T.K.V. Desikachar benennt es in seinem Buch Yoga - Heilung von Körper und Geistjenseits des Bekannten: Leben und Lehren Krishnamacharyas:
«Das wichtigste Element ist Offenheit. Da wir auf einer Reise ins Unbekannte sind, ist es offensichtlich, dass wir nicht alles wissen, was wir wissen müssen, und dass wir nicht immer in optimaler Weise handeln, um unser Ziel zu erreichen. (...) Offen zu sein bedeutet, zwei Wahrheiten anzuerkennen: Erstens anerkennen wir tief in uns, dass wir falsch liegen könnten. Zweitens erkennen wir, dass wir immer einen Weg finden können, um uns zu verändern. (...) Um unser Ziel zu erreichen, bedingt es, dass wir unsere Praxis, unser Selbst-Studium und unsere Offenheit in die geregelten Vorgänge unseres Lebens integrieren. Wie Wahrnehmung, Körper und Geist, sind diese drei Aspekte untrennbar verbunden auf dem Fortschritt ins Neue.»
Ich finde mit obiger Aussage etwas, was ich in meiner Arbeit mit mir und mit anderen Menschen als absolut zentral erlebe: Dass wir unsere von Möbeln designte körperliche Gestalt, unsere von unhinterfragten kulturellen Werten designte Geist-Gestalt und Lebens-Gestalt nicht einfach in neue Positionen pressen können, sondern dass wir uns vom Weg in diese neuen Positionen neu formen lassen.
Der Schlüssel dazu ist das Öffnen, eine Praxis und das Selbst-Studium (was ich Kultivation nenne).
Alle drei zusammen entfalten die Kraft.
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Das Buch zum Zitat
Yoga - Heilung von Körper und Geist jenseits des Bekannten: Leben und Lehren Krishnamacharyas
von T.K.V. Desikachar